Archive for Februar, 2010

Neue rechtsdrehende Schlittenkulturen – Tschüss Winter. Komm bald wieder! • Von Friederike von Bülow

Neue rechtsdrehende Schlittenkulturen – Tschüss Winter. Komm bald wieder! • Von Friederike von Bülow

Autor: Edgar Wilkening | Foto: privat
Was tun, wenn es plötzlich wieder zu regnen droht? Wenn anstatt der lautlosen Flöckchen die Natur das Platschen der Regentropfen bevorzugt? Ganz einfach: Noch einmal schnell einen klassischen Schlitten bemühen und sich möglichst smarte Erhebungen, Hügelchen oder gar Berge suchen, um sich noch ein letztes Mal dem winterlichen Geschwindigkeitsrausch hinzugeben.

Einen Schlitten gab es gleich um die Ecke im Sportgeschäft. Der alte – ein aufblasbarer mit Haltegriffen – entpuppte sich, angesichts meines linken gebrochenen Fußes, als eher ungünstig. Viel zu unbequem. Der Klassiker aus Holz ist in einer solchen Situation deutlich besser. Und er hat ein Band, damit man sich ziehen lassen kann …

Den ersten Test absolviere ich gleich um die Ecke: kleinere Erhebung mit einem Mischmasch aus Eis und Schnee. Linker Fuß hoch, rechter Fuß auf die untere Schlittenstrebe und ab geht’s. Wunderbar. Hier musste ich auch nicht bremsen, habe mich einfach austrudeln lassen.

Das nächste Ziel: ein Berg! Naja – Berg. Diese Bezeichnung ist sicher norddeutsch geprägt. Es handelt sich um einen ehemaligen Müllberg im Norden Hamburgs. Was für eine Piste! Was für Geschwindigkeiten. Die Bobfahrer in Vancouver würden vor Neid erblassen.

Nur meine Bremstaktik sollte ich bei Gelegenheit nochmals überarbeiten. Ich bohrte – der gebrochene linke Fuß war weniger nutzbar – meine rechte Ferse willenskräftig in die Piste, versuchte, à la Bobfahrer, die vordere Hälfte des Schlittens zu lüpfen. Das klappte nicht. Dafür kam ich in zahlreichen mehr oder weniger eleganten Rechtsdrehungen irgendwann zum Stehen. Das endgültige Stehen könnte allerdings auch an der Tanne gelegen haben, die vor mir auf die Piste gesprungen ist …

Jetzt taut es. Schade. Tschüss Winter. Komm bald wieder! Mit ganz viel Schnee, bitte. Ich möchte dann nämlich in den Harz auf eine richtige Rodelbahn!

Friederike von Bülow

Februar 23, 2010 Posted Under: Gäste   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Beim Restauranttester das Beste rausgefischt

Beim Restauranttester das Beste rausgefischt

Autor: Edgar Wilkening | Fotos: Edgar Wilkening
Die Antwort auf die wichtigste Frage gleich vorab:

Ja, habe ich!

Aber darum ging’s ja eigentlich gar nicht. Sondern darum, dass acht ambitionierte Adepten ihre Kochkünste verfeinern wollten. Genau deshalb hatte sich die bunte Runde gestern eingefunden: zum Kochkurs “Meeresfische” in Christian Rachs Restaurant Tafelhaus, direkt an der Elbe, mit Blick durch meterhohes Glas auf den Hamburger Hafen.

Doch Zeit, die Aussicht zu genießen, blieb kaum. Denn Küchenchef Uwe Meßner kündigte uns ein toughes Programm an.

Und lüftete dann den Vorhang für die übrigen Teilnehmer des Kurses: eine Eismeerforelle, ein Steinbutt, zwei Saint Pierre, ein Skrei, drei Loup de Mer, ein Pulpo, zwei kanadische Hummer, ein europäischer, tatsächlich eine Königskrabbe mit etwa einem halben Meter Spannweite sowie diverse Jakobs- und Miesmuscheln.

Was für ein Ensemble, das da für uns auf Eis lag, wow! Also nicht lang schnacken, Messer packen – und hastdunichtgesehen hatte Küchenchef Uwe Meßner die Eismeerforelle fein filetiert.

Okay, Fisch filetieren ist ein Basic in der Küche und vielen vertraut. Aber dann kamen die geheimen Tricks und Kniffe, die einen Tag im Tafelhaus für ambitionierte Hobbyköche wie mich unbezahlbar machen: das Zusammenklappen einzelner Filetstücke, um am Ende gleichmäßig große Portionen zu erreichen, die nicht nur dem Auge gefallen, sondern vor allem einen gleichmäßigen Garpunkt aller Stücke erlauben.

Das Confieren der Filets in Olivenöl, auf 60° C temperiert. Die Filets einlegen und zehn, fünfzehn Minuten im Öl ziehen lassen, quasi auf der Herdkante, nebenbei. Entscheidend dabei: Die Kerntemperatur der Filets darf 40° C keinesfalls übersteigen, damit das Eiweiß nicht ausfällt und gerinnt.

Wer darauf aufpasst, wird mit unvergleichlich zarten, saftigen Filets belohnt. Lauwarm angerichtet auf Topinamburpüree – eine absolute Offenbarung für mich. Völlig klar: Ich muss dringend so ein Temperaturmessdings haben! Und dann wird confiert, was das Zeug hält, liebe Leute.

Oder auch gebraten. Denn auch da gab’s Neuigkeiten für mich. Mein Gott, wie oft habe ich Filets in der Pfanne gebraten und mich gefragt, wie man sie gebräunt kriegt, mit leichten Röstaromen, aber trotzdem nicht trocken innen! Seit gestern weiß ich’s. So simpel – fantastisch. Aber ich verrate hier nicht, wie. Überraschen lassen!

Überhaupt, Einfachheit: eines der Grundprinzipien von Küchenchef Uwe Meßner, der sympathisch, klar und hoch konzentriert durch den Kurs führte. Lebensmittel in dem, was sie von Natur aus an Eigenschaften und Aromen mitbringen, durch geeignete Zutaten und Zubereitungen unterstützen.

Das andere große Thema seiner cuisine naturale balancé: Respekt. Vor allen Lebensmitteln, aber insbesondere vor Tieren, ihrer Herkunft, ihrem Leben. Ein Appell an die Verantwortung der Köche, Konsumenten und Erzeuger. Beeindruckende Beispiele, von denen der Küchenchef berichtete: über einen Umgang mit Tieren, der weit über das hinausgeht, was wir oft leicht hingesagt als artgerecht bezeichnen.

Es war ein so reicher Tag im Tafelhaus. Und vieles von dem, was ich gesehen, erlebt, erfahren habe, wird sich in meiner kleinen fresh cuisine daheim wiederfinden.

Beim Fischkurs das Beste rausgefischt: die aromatische und verblüffend grasgrüne Petersilenjus. Der Miesmuschelfond jenseits klassischer Machart. Die Kombination von Sauerrahmbutter, Süßrahmbutter und französischer Rollenbutter. Der gehobelte Blumenkohl in Curcuma. Und, und, und …

Die Gäste meiner fresh cuisine können sich schon mal auf einige spannende Überraschungen gefasst machen.

Ach, und dann war da ja noch die wichtigste Frage von allen. Die, auf die ich schon oben eine Antwort gegeben habe. Die Frage, die mir jedes Mal als erste gestellt wird, wenn ich erzähle, dass ich im Tafelhaus war: ob ich denn Christian Rach gesehen habe …

Feeling fifty-fine -
Edgar Wilkening

Februar 21, 2010 Posted Under: Alle, Gusto   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Tschüss MTV! tape.tv kills the videoclip star

Tschüss MTV! tape.tv kills the videoclip star

Autor: Edgar Wilkening | Grafik: tape.tv
Was für eine Offenbarung in unseren Empfangsgeräten: als MTV am 1. August 1981 um 00:01 Uhr auf Sendung ging! Der erste Videoclip damals, lang, lang ist’s her, aber immer noch legendär: “Video Killed the Radio Star” – ein programmatisches Statement des jungen, wilden Fernsehkanals.

Heute könnte man ähnlich programmatisch anstimmen: “Internet Killed the TV Star”.

Denn das Musikfernsehen ist im Web angekommen. Und hat mit tape.tv nicht nur eine unglaublich smarte, chice Oberfläche bekommen.

Sondern endlich auch all die Individuell-Feature, die klassische TV-Sender nie bieten können: Lieblings-Clips markieren, Weiterklicken zum nächsten Clip, ungeliebte Clips aussortieren, Mixtapes für Freunde erstellen, Suchfunktion für Titel und, und, und.

Sehr schön gemacht, auch wenn das Repertoire zur Zeit noch etwas begrenzt ist. Vollkommen zu Recht als INTERNET WORLD Business-Idee 2010 nominiert, wie ich finde. Klar hab ich für tape.tv gestimmt.

Unbedingt ausprobieren! Und dann: tschüss MTV – war eine schöne Zeit mit Dir, aber alles wird besser.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Februar 19, 2010 Posted Under: Alle, Digi, Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Werden Sie zum Held, der gefeiert wird von der Welt! Mit zwei, drei Klicks …

Werden Sie zum Held, der gefeiert wird von der Welt! Mit zwei, drei Klicks …

Autor: Edgar Wilkening | Foto: Edgar Wilkening
Großartig, was heute mit zwei, drei kleinen Klicks möglich ist – vorausgesetzt ein tolles Team hat vorher zwei-, dreitausend große Klicks oder mehr gemacht.

Dann kann das Ergebnis so aussehen: ein fantastisches Beispiel für unsere unglaublich spannende Zeit und ihre sensationellen Möglichkeiten. Die Geduld beim Laden der Daten wird belohnt. Unbedingt Ton einschalten. Und dann viel Vergnügen!

Nur für den Fall, dass Sie den Herrn links im Bild nicht kennen sollten, werde ich’s Ihnen verraten: Ich bin es selbst. Was das mit dem Beispiel zu tun hat? Werden Sie rausfinden, wenn Sie den Link oben klicken.

Aber ganz wichtig: Machen sie am Ende selbst zwei, drei kleine Klicks – und überraschen Sie Ihre Freunde!

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Februar 17, 2010 Posted Under: Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Nein, auf keinen Fall: Hier wird kein Silber geschürft!

Nein, auf keinen Fall: Hier wird kein Silber geschürft!

Autor: Edgar Wilkening | Foto: iStockphoto.com/René Mansi
Da wurde ich heute doch ernsthaft gefragt, ob fifty-fine so eine Art Blog sei “für Best Ager und Silver Surfer”. Zwei Begriffe, die bei mir schlagartig allergische Reaktionen auslösen: Nein, das hier ist kein Blog für Best Ager! Auch nicht für Silver Surfer!

Und bevor die Frage jetzt kommt: Nein, genauso wenig für Third Ager. Nicht für die Generation Gold. Nicht für 50plus. Und auch nicht für all die anderen chicen Altersklassements, die man immer wieder mal hören kann oder lesen muss. Mit alldem hat fifty-fine gerade nix zu tun.

Warum eigentlich nicht?

Die Antwort gibt’s, wenn man sich die Frage stellt: Wie sieht er eigentlich aus, so ein Silver Surfer? Mal ehrlich: Haben Sie nicht auch automatisch das Bild eines gutmütig wirkenden, älteren Herrn vor Augen? Er schaut staunend auf ein Notebook oder Mobiltelefon, zusammen mit seinem vierzehnjährigen Enkel, der ihm die Tasten erklärt und aufmunternd meint: “Ach Opi, so schwer ist das gar nicht, das kannst du auch.”

Genau für diese Sorte Abziehfiguren-Opis ist fifty-fine eben nicht. Denn hier wird kein Silber geschürft. Und auch nicht bestens gealtert.

Das Layout hier ist eben nicht extra simpel gehalten, damit ja nicht die Fülle von Optionen womöglich irritieren könnte. Die Fotos zeigen keine Großmütterchen-Idyllen, die fröhlich auf heile Welt machen. Und auch die Typo der Fließtexte ist nicht in 48 Punkt angelegt, nur damit sie ja für Leute diesseits der Fünfzig problemlos lesbar ist.

Denn wer fifty-fine ist, weiß, dass er die Darstellung der Typo im Browser jederzeit vergrößern kann. Oder auch verkleinern, wenn man denn will. Und genau darum geht’s: die Fülle der Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts zu nutzen. Die großen wie die kleinen. Und zwar ganz selbstverständlich und mit dem größten Vergnügen.

Kleiner Test zum Schluss: Wissen Sie auf Anhieb, wie Sie die Schriftgröße dieses Artikels in Ihrem Browser vergrößern können?

Ich verspreche Ihnen: So schwer ist das gar nicht, das können Sie auch …

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Februar 16, 2010 Posted Under: Leben   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Ein Blog als Geschenk zum Fünfzigsten?

Ein Blog als Geschenk zum Fünfzigsten?

Autor: Edgar Wilkening | Foto: iStockphoto.com/kutay tanir
Ein Golfschlägerset. Präsentkörbe. Das obligatorische Wellness-Wochenende. Was bekommt man so alles geschenkt zum fünfzigsten Geburtstag?

Jedenfalls keinen Weblog, schätze ich mal. Erst recht keinen für Leute über fünfzig. Für solche, die lieber große Pläne schmieden als kleine Wehwehchen pflegen. Die bereits im 20. Jahrhundert geboren wurden und sich trotzdem im 21. Jahrhundert ganz zuhause fühlen. Die sich nicht aufs Altenteil setzen, sondern auf den Hosenboden. Und nicht jammern, dass früher alles besser war, sondern überzeugt sind, dass es immer spannender wird.

Nein, so was bekommt man wohl eher nicht geschenkt zum Fünfzigsten …

Deshalb habe ich es mir kurzerhand selbst geschenkt. Ist zwar schon eine Weile her, der Geburtstag. Aber jetzt am Wochenende hatte ich endlich Gelegenheit und hab’s ausgepackt, mein kleines Präsent.

Und Gottseidank: kein Golfschlägerset! Kein Präsentkorb! Kein Wellness-Wochenende! Sondern schau mal einer an: es ist ein niedliches, kleines Weblog. Und es heißt fifty-fine – ist das süß! Ja, solche Geschenke mag ich.

Und wie gefällt’s Ihnen? Ist nämlich auch ein Geschenk an Sie. Deshalb freue ich mich auf Ihr Feedback, Ihre Vorschläge und Ideen.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Februar 15, 2010 Posted Under: Alle, Leben, Yeah!   Jetzt Kommentar dazu schreiben