Archive for Mai, 2010

Gestern war bei mir Weihnachten! Bei Ihnen auch?

Gestern war bei mir Weihnachten! Bei Ihnen auch?

Autor: Edgar Wilkening | Foto: Edgar Wilkening
Weihnachten am 27. Mai? Hat der Mann sie noch alle? Hat er! Denn bei mir war gestern Bescherung. Bei Ihnen nicht? Dann haben Sie was verpasst.

Es fühlte sich an wie das Weihnachten, das wir aus unserer Kindheit kennen: mit ungeduldigem Warten, mit klopfendem Herzen, großer Erwartung und leuchtenden Augen. Nur eben in der Version für Leute unseres Alters.

Als die Glocke läutete, war es soweit – wie bei Bescherungen üblich. Denn als die Glocke läutete (an meiner Wohnungstür), stand tatsächlich der Weihnachtsmann davor (ein UPS-Mann), der mit seinem Rentierschlitten  gekommen war (dem typischen braunen Lieferwagen) und drückte mir ein Geschenk in die Hand (ja, wenn man lange genug vorher mit Kreditkarte gezahlt hat, fühlt es sich wirklich wie ein Geschenk an).

Na schön, nun hat mich der UPS-Mann zwar nicht gefragt, ob ich das ganze Jahr über brav gewesen bin. Sondern wollte einfach nur meine Unterschrift.

Aber die ungeduldige Freude beim Auspacken des Pakets, das war schon wieder absolut weihnachtlich. Immerhin hatte ich ja auch eine mehrwöchige Adventszeit hinter mir, in der die Vorfreude auf den großen Tag von Woche zu Woche gewachsen war. Und dann erst die Überraschung, als ich den Inhalt des Pakets endlich in Händen hielt: Oh, lieber Weihnachtsmann, das hatte ich mir schon so, so sehr gewünscht – das neue iPad!

Und dann, wie kleine Kinder eben sind an Weihnachten, war alles andere schlagartig vollkommen unwichtig neben dem neuen Spielzeug: kein Essen, kein Trinken, kein Zeitgefühl mehr. Denn natürlich musste alles sofort ausprobiert werden. Und ich bin froh, dass ich’s gestern Abend noch zu halbwegs vernünftiger Uhrzeit ins Bett geschafft habe. Denn kein Erwachsener sagte: So, Edgar, jetzt aber einpacken und ab in die Federn – morgen ist auch noch ein Tag zum Spielen … Erinnern Sie sich an Ihr Weihnachten?

Okay, kommen wir zu den Fakten: Gestern um 11.15 Uhr traf das iPad hier auf St. Pauli ein. Einen Tag vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland. Der ist nämlich erst heute. Und dann, was alle wissen wollen: Ist es wirklich so toll, wie man hört und liest? Ja, ist es! Ein großartiges Gerät. Ob man’s wirklich braucht? Das muss jeder für sich entscheiden.

Aber ich kann schon jetzt sagen, nach einem Tag: Ich habe noch nie einen so stylishen Wettbericht gesehen wie mit der App Weather HD, selten so klasse Flipper gespielt wie mit Pinball HD und noch nie so einen lebendigen, mehrdimensionalen Spiegel gelesen. Und das ist erst der Anfang … Ausprobieren!

So, ich muss mich jetzt mal wieder um mein Weihnachtsgeschenk kümmern. Denn wie sagen die Erwachsenen immer? Morgen ist auch noch ein Tag! Aber das war ja schon gestern. Und der morgige Tag heute.

Feeling fifty-fine und fröhliche Weihnachten allen iPad-Besitzern –
Edgar Wilkening

Mai 30, 2010 Posted Under: Alle, Digi   Jetzt Kommentar dazu schreiben

fifty-fine und die Facebook-Fans

fifty-fine und die Facebook-Fans

Autor: Edgar Wilkening | Grafik: Edgar Wilkening
Rechts schon das neue Feld entdeckt? fifty-fine ist jetzt auf Facebook mit einer eigenen Gruppe vertreten. Ich hatte ja schon in meinem letzten Posting angekündigt, dass ich das neue Social-Plugin “Gefällt mir”-Box von Facebook in diese Seite integrieren wollte.

Voraussetzung dafür ist, dass es eine feste ID auf Facebook gibt, zu der das Plugin verlinkt wird. Deshalb habe ich dort heute morgen die Gruppe gegründet. Sofort hat sie eine ID (die Zahlenfolge 116452191729529) von Facebook erhalten. Und dann war es nur noch eine Zeile Code, die ich hier in den Quellcode von fifty-fine einfügen musste – das war’s auch schon. Schneller erledigt als gedacht.

Und bevor hier irgendjemand auf die Idee kommt, das alles sei Programmierer-Hexenwerk, dem wir in unserem Alter nicht gewachsen sind: weit gefehlt!

Genau das ist es eben nicht: kein Hexenwerk, keine Geheimkunst, keine schwarze Magie! Auch wenn viele immer wieder gern so tun. Entweder weil sie ihr Geld damit verdienen – dann sind es schlecht bezahlte Computerfuzzis, die um ihre kleinen Pfründe fürchten. Oder weil sie das herrliche Vorurteil lieben, das ihre Denkfaulheit rechtfertigt – dann sind es junge oder alte Ewiggestrige, die um ihre liebgewonnenen Ausflüchte fürchten.

Die Zeile Code bekommt man von Facebook auf Knopfdruck geliefert. Einfach “Get Code” klicken – fertig. Probieren Sie’s einfach mal aus! Das kann wirklich jeder – vorausgesetzt, man will es können.

Ab heute können Facebooker also “Gefällt mir” sagen zu fifty-fine. Und alle Besucher der Seite hier bekommen sowohl die Gesamtzahl der Fans wie auch eine Auswahl von Bildern der Facebook-Fans angezeigt. Ich persönlich finde das extrem smart: ganz 21. Jahrhundert.

Wie schnell die Fan-Zahlen hier steigen werden? Da mache mir allerdings wenig Illusionen. Wahrscheinlich ist es eben doch so, dass die Generation der Frühergeborenen eher selten auf Facebook vertreten ist und ebenso spärlich Fan von irgendetwas wird – ganz, wie es das Vorurteil eben behauptet. Deshalb wird die Fanzahl laktosefreier Milch auf Facebook auf absehbare Zeit wohl größer bleiben als die von fifty-fine. Aber wer weiß … Ich lasse mich gerne von Ihnen überraschen!

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Mai 25, 2010 Posted Under: Digi   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Bordeaux gewinnen! Château Duhart-Milon Rothschild von 1996 für einen Fan-Klick

Bordeaux gewinnen! Château Duhart-Milon Rothschild von 1996 für einen Fan-Klick

Autor: Edgar Wilkening | Foto: Edgar Wilkening
Ein Gewinnspiel als Posting bei fifty-fine? Warum nicht. Vor allem, wenn es kein gewöhnliches Preisausschreiben ist. Sondern von mir persönlich ins Leben gerufen wurde. Dann ist das Grund genug zu berichten, dass man in unserem Alter auch mal so schräge Sachen machen kann wie eine Flasche feinsten Bordeaux-Weins zu verlosen.

Was man tun muss, um sie zu bekommen? Praktisch nix außer einem Klick – und zwar auf den “Gefällt mir”-Button auf der Website Wer kann mir schon Baroli bieten? Die aberwitzigen Abenteuern eines Weinliebhabers. Unter den ersten hundert Facebook-Fans, die “Gefällt mir” klicken, werde ich eine Flasche des 4. Grand Cru Classé Château Duhart-Milon Rothschild von 1996 aus dem legendären Pauillac verlosen.

Robert Parker hat ihm 90/100 Punkte verliehen, Rene Gabriel 16/20, der WineSpectator 89/100. Aber im Handel ist der Wein praktisch nicht mehr zu bekommen. Kein Wunder: 14 Jahre ist eine ordentliche Zeit! Und wenn man ihn doch irgendwo beziehen kann, dann kaum unter sechzig Euro. Gottseidank habe ich noch zwei, drei Buddels davon bei mir im Lager. Also wirklich eine prima Gelegenheit, sich einen tollen Wein zu angeln, oder?

Und warum mache ich das alles? Nun könnte ich erzählen: Weil mir gerade gestern erst wieder die Geschichte einer diplomierten Erwachsenenpädagogin in unserem Alter zugetragen wurde, die der Meinung ist, dass Menschen in unserem Alter es nicht so haben mit PC und Internet und so.

Was für ein Unsinn mal wieder: die eigene Unzulänglichkeit zur Zustandsbeschreibung einer ganzen Generation zu machen. Aber nein, mit diesem ewigen Vorurteil, wir in unserem Alter seien vom Zug der Zeit abgehängte Zurückgebliebene, hat es nichts zu tun. Jedenfalls nicht direkt. Sondern damit, dass ich gerne mal probieren wollte, wie sich die neuen Social-Plugins von Facebook überhaupt in Websites integrieren lassen.

Haben Sie von diesen Applikationen schon gehört oder gelesen? Seit Ende April erst bietet die Social-Network-Plattform Facebook diese kostenlosen kleinen Zusatzprogramme an, mit denen Betreiber von Webseiten ihre Seiten direkt mit Facebook vernetzen können. Nach Meinung vieler Experten markieren diese Plugins die nächste Stufe des Internets. Und werden Facebook zu einer bedeutenderen Internet-Instanz machen als es Google heute ist. Würden Sie das verschlafen wollen? Ich jedenfalls nicht.

Deshalb habe ich vorgestern das Plugin “Gefällt mir”-Button in die Website eingebaut. Gefiel mir aber nicht so. Darum habe ich es heute ersetzt durch das Plugin “Gefällt mir”-Box. Klingt ganz ähnlich, sieht aber viel smarter aus, finden Sie nicht auch?

Und wenn man dann alles ordentlich eingebaut und fein angehübscht hat, dann steht man da mit seinem netten “Gefällt mir”-Plugin – und keiner klickt’s. Und dann? Beleidigt sein? In die Ecke setzen, schmollen? Nix da!

Um etwas Schwung in die Community zu bringen, habe ich unter den ersten hundert Facebookern, die “Gefällt mir” zu den Baroli-Abenteuern sagen, besagte Flasche Bordeaux ausgelobt. Sobald die hundert beisammen sind, wird die Glücksfee zur Tat schreiten und den oder die Glückliche ermitteln. Vielleicht Sie?

Ich drücke Ihnen jedenfalls schon jetzt die Daumen! Und freue mich auf Sie als Leser und Fan der aberwitzigen Abenteuer eines Weinliebhabers.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

PS: Na klar, das wäre der nächste logische Schritt, die “Gefällt mir”-Plugins auch hier auf fifty-fine zu integrieren. Mal schauen, wann ich mich da ransetze …

Mai 22, 2010 Posted Under: Alle, Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Alles nur Medienhype? Ich hab’s trotzdem getan!

Alles nur Medienhype? Ich hab’s trotzdem getan!

Autor: Edgar Wilkening | Grafik: Edgar Wilkening
Jawohl, ich hab’s getan! Heute morgen um acht Uhr achtzehn ist es passiert. Warum ausgerechnet heute?, fragt sich jetzt der ein oder andere. Ganz einfach: weil heute der 10. Mai 2010 ist. Der erste Tag, an dem man das iPad von Apple in Deutschland vorbestellen kann.

Jetzt winken die Ersten ab: Ah, iPad … Und fügen dann abgeklärt hinzu: Alles nur Medienmache! Müssen wir in unserem Alter wirklich noch jeden Hype mitmachen?

Wenn die Herrschaften sich nur nicht täuschen! Denn natürlich weiß ich um die Unzulänglichkeiten der Hightech-Flunder: dass sie nicht multitasking-fähig ist. Dass Flash ausgesperrt wurde und viele Websites damit nicht vollständig angezeigt werden. Dass die Schnittstellen für externe Komponenten extrem reduziert sind …

Dennoch: Die Vorberichte lassen erahnen, dass das iPad eine vollkommen neue Geräteklasse etabliert. Eine, die unser Leben und unsere Art, mit Medien umzugehen, nachhaltig verändern wird. Nur mal als Beispiel: Flippern mit ganz neuen Perspektiven für Spieler. Geben Sie doch einfach mal iPad als Suchbegriff bei YouTube ein und lassen Sie sich überraschen, was uns erwartet.

Nicht umsonst sagen alle in meinem Umfeld, die schon jetzt ein Import-Exemplar aus den Staaten ihr eigen nennen: iPad rocks the house – wenn du es ein Mal in der Hand hast, willst du es nicht wieder hergeben, und fragst dich, wie du so lange darauf verzichten konntest.

Alles nur Medienhype …?

Die Münder, aus denen dieses Wort kommt, gehören leider viel zu oft Leuten, denen jedes Argument recht ist, um sich in ihrem Leben bloß nicht mehr bewegen zu müssen. Ja keine Neuerungen, keine Veränderungen. Schlimm genug, dass das Telefon heute keine Wählscheibe mehr hat! Jetzt bloß nicht noch mehr Unordnung stiften.

Es sind diese erzreaktionären Auf-der-Stelle-Treter, denen das chice Argument des Medienhype jedes Mal recht kommt, weil es so intelligent, so abgeklärt und so besser informiert klingt. Und doch nur verlogenes Deckmäntelchen ist, damit alles bitte, bitte bleiben kann wie’s ist. Mentaler Stillstand, hochgehalten als Fahne der Tugend.

Nein, wir müssen nicht jeden Hype mitmachen. Erst recht nicht in unserem Alter. Im Gegenteil. Unsere Erfahrung sollte uns aber in die Lage versetzen, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden zu können. Bedeutsames von Bedeutungslosem. Echte Innovationen von echtem Schund.

Ich jedenfalls möchte es nicht verpassen, wenn sich die Welt verändert. Und werde mir von den Deckmäntelchenträgern nicht sagen lassen, was ich vom iPad zu halten habe.

Am 28. Mai ist es soweit. Dann ist offizieller Erstverkaufstag für das iPad in Deutschland. An diesem Tag kann ich mit dem Eintreffen meines Exemplars rechnen. Und mir mein eigenes Bild machen, ob Hype oder Innovation. Und dann wird geflippert, was die Flunder hergibt! Ich freue mich jedenfalls schon darauf.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Mai 10, 2010 Posted Under: Alle, Digi   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Ein Zeichen setzen für die Zeichensetzung • Von Jürgen Langenkämper

Ein Zeichen setzen für die Zeichensetzung • Von Jürgen Langenkämper

Autor: Jürgen Langenkämper | Foto: iStockphoto.com/Junjie Lin
Mir war es auch schon seit längerem aufgefallen, dass Kommasetzung offensichtlich nicht mehr zum Deutschunterricht gehört. Ich streiche trotzdem unentwegt in Texten von Redaktionspraktikanten herum und erzähle was von erweiterten Infinitiven mit “zu” und Appositionen, die in Kommata einzuschließen sind. Ich habe ein gewisses Verständnis für Lehrkörper, die sich erst abgewöhnt haben, die Welt zu verbessern, dann das nordrhein-westfälische Schulsystem, und jetzt auch noch darüber klagen, dass es zu ihren Aufgaben gehört, die Arbeiten ihrer Schüler zu verbessern.

Das macht es mir als Vater nicht leichter. Denn meine Töchter meinen schon, ich solle sie auch nicht mehr verbessern.

Das scheint, um sich gegriffen zu haben. Ein Freund von mir, der an einer Uni angehende Journalisten unterrichtet, klagte unlängst über Schwächen seiner Studenten – also alles junge Menschen, die mittels der deutschen Sprache später mal ihre Brötchen verdienen wollen – in Orthografie und Zeichensetzung. Die beste Bewerbung für die Zulassung zum Master-Studium habe eine Studentin mit Migrationshintergrund abgegeben. So weit ist es schon, dass Leute, die hinterm Kaukasus geboren sind, besser Deutsch können als unser eigener Nachwuchs.

Nein, es ist noch weiter. Unser eigener Nachwuchs kann sogar schon besser Deutsch als die eigenen Lehrer. Die Auszubildenden in dem Unternehmen, in dem meine Frau in einer nahegelegenen größeren Stadt arbeitet, sind unzufrieden mit ihrer Deutsch-Lehrerin. Die scheint an Legasthenie zu leiden, kann “v” und “f” nicht unterscheiden und schreibt also “fon” statt “von”. Das fällt selbst den Azubis auf und stört sie – noch!

Bei der Schulleitung beschweren mögen sie sich aber auch nicht. Denn die Lehrerin gibt wohl ganz gute Noten. Um gerecht zu sein, hat sie sich einen Sitzplan gemacht, in dem jeder vermerkt ist – wie auch immer die Namen geschrieben sein mögen. Auch der Pfeiler im Unterrichtsraum ist vermerkt, und wer rechts und links davon, vor und hinter ihm sitzt. Bei der Zensurenbesprechung neulich hat die Lehrerin vorgelesen, welche Note jeder so erhalten solle. Veila stand zwischen zwei und drei.

Ich war empört, als meine Frau mir davon berichtete. “Der hat doch nichts gesagt”, regte ich mich auf. “Bei mir bekäme der eine Beton-Sechs”, war ich streng. Als wir darüber diskutierten, zeigte mein Freund Peter, der Physiotherapeut, mehr pädagogisches Verständnis: “Er hat eine Eins verdient. Er war doch eine Stütze des Unterrichts…!”

Das sehe ich ein. Also kann unterm Zeugnis wohl nur stehen: Der Beton-Pfeiler wird versetzt!

Jürgen Langenkämper | Langjähriger Autor und Journalist bei einer Tageszeitung

Mai 9, 2010 Posted Under: Gäste   Jetzt Kommentar dazu schreiben