Der Traum aller Hobbyköche im gnadenlosen Selbstversuch: Vom Hobby-Koch zum Profi-Restaurant

Der Traum aller Hobbyköche im gnadenlosen Selbstversuch: Vom Hobby-Koch zum Profi-Restaurant

Autor: Edgar Wilkening | Fotos: Edgar Wilkening
Jeder, der halbwegs passabel und ambitioniert warme Mahlzeiten zubereiten kann, hat schon mal mit dem Gedanken gespielt: “Was wäre, wenn ich ein eigenes Restaurant eröffnen würde?” Oder er wurde von Freunden, die den Genuss der warmen Mahlzeiten goutierten, sogar dazu gedrängt: “Du solltest unbedingt ein Restaurant aufmachen!”

Aber ist das wirklich eine gute Idee? Sind die Kenntnisse eines ambitionierten Hobbykochs ausreichend, um eine professionelle Küche zu führen? Ist die Kompetenz, die zur Bewirtung von vier, fünf, sechs oder auch acht Freunden ausreicht, skalierbar auf Größe und Abläufe eines Restaurants? Lassen sich die Küchenkünste eines Hobbykochs so pimpen, dass sie im Vergleich mit professioneller Gastro mithalten können?

Und vor allem: Was werden die guten Freunde, die sonst am Ende eines Abends mit einem barmherzigen “Kommt gut nach Hause!” zur Tür geleitet werden, jetzt sagen, wenn sie eine Rechnung auf den Tisch bekommen und die Frage hören “Geht das zusammen oder getrennt?”


Wer kann da schon Nein sagen! Das neue Restaurant “Die 7 Sünden” bietet sie alle: Superbia, Invidia, Gula … Na, wer kriegt die sieben Todsünden vollständig auf die Reihe?

Für die treuen Leser dieser Seiten ist mir keine Mühe zu viel, kein Bräter zu schwer und keine Pfeffersorte zu exotisch, als dass ich mich nicht der bohrenden Fragen aller Hobbyköche stellen würde: “Eigenes Restaurant, klappt das?”

Deshalb trete ich den ultimativen Selbstversuch an. Keine graue Theorie. Sondern konkrete Praxis. Butter bei die Fische! Statt Blablabla. Als durchaus schon mit der ein oder anderen Merite ausgezeichneter Hobbykoch: Ich eröffne ein Restaurant. Am 10. Oktober 2011. Name: Die 7 Sünden.

Ein gnadenloses Selbst-Experiment. Bei dem der Ausgang durchaus offen ist. Grandioser Erfolg? Oder furiose Bruchlandung? So spannend, dass hier darüber berichtet werden soll. Meldungen direkt aus der, ja: aus der Versuchsküche. Für alle, die schon immer den Traum vom eigenen Restaurant geträumt haben.


Immer wieder großartig, hat’s am Ende aber trotzdem nicht auf die Karte der “7 Sünden” geschafft: Grüner Spargel, wird kurz angegart und dann mit Parmesan gratiniert

Okay, ich gestehe: In das Experiment sind zwei Airbags eingebaut.

Airbag Nummer Eins: Ich werde das Restaurant nicht allein betreiben. Sondern gemeinsam mit Claudia Willgeroth, einer fantastischen Köchin, die weit über Hamburg hinaus für die genialen Kurse ihrer Genusswerkstatt bekannt ist. Da wir uns als Team perfekt ergänzen, werden unsere Gäste jeden Abend neu die Früchte dieses Teamplays genießen können.

Airbag Nummer Zwei: “Die 7 Sünden” wird es nicht auf Dauer geben. Sondern exakt nur eine Woche lang. Keinen Tag länger. Am Montag, den 10. Oktober 2011 ist Start, am Sonntag, den 16. Oktober 2011 ist Ende. Schluss. Aus. Vorbei. Wer bis dahin nicht da war, hat “Die 7 Sünden” verpasst.

Dazu kapern wir eine fremde Küche: das Bistro “Tarterie” des begnadeten Kochs und Caterers Fabio Haebel. Der Mann geht eine Woche in Urlaub. Und wir führen in seinem Räumlichkeiten eine Woche lang unser eigenes Restaurant, unter eigenem Namen, mit eigenem Konzept.


Leider nicht gut genug. Einer meiner persönlichen Favoriten, trotzdem nicht auf der Karte: Wurzelsud mit frischem Marktgemüse

Ein Restaurant auf Zeit, ganz schön selten so was. Aber schon verbreitet genug, dass es einen Namen gibt für diese Art Gastronomie: Pop-up-Restaurants. Angelehnt an Pop-up-Bücher.

Man klappt sie auf – von einem Moment zum nächsten steht etwas Großartiges im Raum – und schon im nächsten Moment: weg isses. Deshalb unser Slogan: “Das absolut seltene Restaurant.”

Wer es erleben will, muss also schnell sein. Und da die Zahl der Plätze im Restaurant ohnehin begrenzt ist, werden wir “First come, first serve” handhaben.


Geiz ist geil? Üppig, üppig – und deshalb nur in Kleinstabmessungen auf dem Dessertteller Avaritia neben anderem Naschwerk dabei: Kakao-Dominos

Aber warum eigentlich die sieben Todsünden als Motto? Ursprünglich, weil wir an den sieben Tagen unserer Restaurantwoche jeden Tag eine andere Sünde kochen wollten. Plakative Idee. Hilfreich für ein Kurzzeit-Projekt, um die erforderliche Aufmerksamkeit zu generieren. Und das tat sie.

So gut, dass jeder, der von dem Plan hörte, sofort reservieren wollte. Und zwar für den Tag der Wollust. Alle wollten Wollust. Niemand Geiz. Oder Neid. Oder Zorn.

Also mussten wir unseren schönen Plan ändern. Jetzt werden wir alle sieben Todsünden an jedem Tag anbieten. Übersetzt in sündhaft gute Teller, in kulinarische Highlights.

Entstanden ist eine bunte Karte, die Fisch und Pasta genauso enthält wie Fleisch und Vegetarisches. Einzelne Gerichte ebenso wie die Möglichkeit eines Menüs. Mit Vorspeise (fantastisch in dieser Rolle: die Faulheit), Zwischengang (unglaublich gut: der Zorn), Hauptgang (perfekt dafür: die Eitelkeit oder die Wollust) und Dessert (sehr raffiniert: der Geiz). Sogar ein Ablassteller, der am Ende Vergebung verspricht, ist dabei.


Das absolut seltene Restaurant, in dem jede Sünde ein Genuss ist: “Die 7 Sünden” exklusiv vom 10. bis 16. Oktober 2011 @ Tarterie, Hamburg, Paul-Roosen-Straße 31

Die Planung für das gnadenlose Selbst-Experiment steht, die Vorbereitungen sind in vollem Gange, die reservierungsliste läuft, und die Neugier ist groß – auf allen Seiten.

Wer Lust hat, als Gast am Experiment teilzunehmen: “Die 7 Sünden” eröffnen am Montag, den 10. Oktober 2011 @ Tarterie, Hamburg-St.Pauli, Paul-Roosen-Straße 31, jeden Abend ab 18.00 Uhr. Bis zum Finale am Sonntag, den 16. Oktober 2011.

Vielleicht sehen wir uns ja? Und für alle, die nicht dabei sein können: 1. Sie verpassen etwas! Und 2.: Ich werde an dieser Stelle aus der Woche berichten!

Feeling fine -
Edgar Wilkening

September 30, 2011 Post Under Alle, Gusto, Yeah! - Jetzt Kommentar dazu schreiben

4 Responses to “Der Traum aller Hobbyköche im gnadenlosen Selbstversuch: Vom Hobby-Koch zum Profi-Restaurant”

  1. Jens sagt:

    Hey Edgar, das ist ja ein Hammerprojekt, wow! Wurde höchste Zeit, dass Du ein Restaurant aufmachst! Bin in der Woche gerade in Südamerika. Gibt’s ‘ne Chance, dass Ihr das wiederholt? Ich drücke die Daumen, dass das Ding ein Knaller wird! Bis bald – Jens

  2. Ines sagt:

    Ich wünsche Euch sündhaft tollen Erfolg und noch mehr Freude dabei!

  3. Mo sagt:

    Das ist ja ein Klasse-Projekt, tolle Idee! Gutes Gelingen und viel Spass Euch!

  4. Marcel Helfenstein sagt:

    Hallo Edgar
    Zufällig in eure Strasse verirrt, von euch herzlich empfangen und wie könige behandelt. Wir haben zwei unvergessliche Abende in eurem Pop-up restaurant verbracht und werden das Restaurant “Die 7 Sünden” als eines der Highlight von unserem Hamburg trip in bester Erinnerung behalten.
    Für euren letzten Abend mit dem Restaurant “Die 7 Sünden” wünschen wir einen tollen Abschluss.

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz (Luzern)

    Edith, Marcel und Sidonia Helfenstein

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