Archive for the “Digi” Category

Ewiggestrige fragen immer noch arglose Mitmenschen nach dem Weg – und dem Namen der Band

Ewiggestrige fragen immer noch arglose Mitmenschen nach dem Weg – und dem Namen der Band

Autor und Fotos: Edgar Wilkening | Illustration: kjpargeter/vectorstock.com
Gehören Sie zu denen, die heutzutage mit dem Auto immer noch rechts ranfahren und den erstbesten Passanten mit der Frage behelligen: “Wo, bitte, geht’s denn hier zur Goethestraße?”

Mein Freund Gerd ist so einer. Wirklich netter Kerl. Belesen, kreativ, viel gereist. Aber hoffnungslos ewiggestrig.

Neulich abends saßen wir in einer Kneipe. Bis er plötzlich die Ohren spitzte: “Kennst du den Song, der da läuft?”

Mein Kopfschütteln quittierte Gerd mit einem “Sekunde”. Schon sprach er das arglose Mädchen hinter der Theke an, einen Finger dabei Richtung Boxen gereckt. Kopfschütteln.

Zerknirscht kehrte Gerd an unseren Tisch zurück. “Mist! Seit Wochen versuche ich rauszukriegen, wie der Song heißt. Oder wenigstens die Band.” Sein Gesicht verriet, dass ihm die Antwort bis ans Ende aller Tage in die Finsternis ewiger Mysterien verstoßen schien.

“Movin’ On 2011″, ließ ich beiläufig fallen.

Gerd glotzte mich glubschäugig an.

“So heißt der Song”, erklärte ich ihm.

“Ich denke, du kennst ihn nicht.”

“Kenne ich auch nicht. Na und? Kann doch trotzdem wissen, wie er heißt.”

Gerd guckte mich an, als hätte ich behauptet: “Ich weiß zwar nicht, wo in Gifhorn die Goethestraße ist, ich weiß nicht mal, wo Gifhorn liegt, aber deswegen kann ich doch trotzdem wissen, wie man hinfährt.”

“Ist übrigens von Fleetside featuring Carolyn Harding, der Song. Und was da gerade läuft, ist der ‘Groove Junkies MoHo Vox’-Mix.”

Gerd war sichtlich überfordert. Er gehört zu denen, die immer noch einen furiosen Fundus Falk-Pläne für alle Fälle und fast alle Städte im Kofferraum ihres Wagens mit sich führen.

Und wenn dieser Wissenschatz an seine Grenzen gerät, wird eben rechts rangefahren und ein argloser Fremder genötigt: “Kennen Sie den Titel, der hier gerade im Autoradio läuft? Und den Weg zur Goethestraße?”

Nein, neumodisches Zeug wie ein Navi käme für Gerd niemals in Frage. Deshalb konnte er sich auch keinen Reim darauf machen, als ich mein Mobiltelefon aus der Tasche holte und ein paar Mal übers Display wischte, während er hinter der Theke Antwort auf seine drängenden Fragen suchte.

Auf meinem Telefon befindet sich eine unscheinbare, kleine App, die wahre Wunder vollbringt. Und manchmal sogar Auskunft weiß auf Fragen, deren Antwort bis ans Ende aller Tage in die Finsternis ewiger Mysterien verstoßen scheinen. Ihr Name: Shazam.

Shazam ist eine Software, die Songs erkennt. Eine Art Navigationsgerät, das souverän durch die große, weite Welt der Musik führt.

Das funktioniert so verblüffend, dass man nicht nur beim ersten Mal, sondern immer wieder geplättet ist.

Sie hören Musik, im Radio, in einer Bar, im Club und Sie wollen die Details dazu? Telefon raus, Shazam starten – und los.

Shazam lauscht mit Ihnen zusammen der Musik. Etwa zehn Sekunden lang, angezeigt durch eine stilisierte Vinylscheibe im Display.

Dabei erkennt Shazam charakteristische Muster in der Musik. Sozusagen den individuellen Fingerabdruck eines Songs.

Diesen Fingerabdruck sendet Shazam automatisch an eine große Fingerabdruck-Kartei, wo sozusagen die Personalakte des Songs aus dem Register gezogen wird.

Und wenige Sekunden später hat man das Ergebnis im Display: Titel, Interpret, Album – und, und, und. Alles, was Shazam über den Song erfahren konnte.

Sofern im Personalregister auch noch das Albumcover hinterlegt ist, wird es ebenfalls angezeigt. Außerdem Tourdaten abrufbar, YouTube-Videos und mehr.

Das Ganze funktioniert erstaunlich zuverlässig. Bei gängigem Dudelpop gibt’s eh keine Aussetzer. Aber abgefahrene Jazz-Alben? Club-Mixes? Arien aus Bachs Weihnachtsoratorium? Erkannte Shazam in meinem persönlichen kleinen Testfeld alles sehr genau. Nur bei sehr speziellen DJ-Mixes musste Shazam passen.

Ein nützliches kleines Wunderding, das in der Anwendung wirklich verblüfft. Probieren Sie’s aus! Shazam liegt für alle gängigen Plattformen vor und ist in der Grundversion kostenlos. Damit kann man bis zu fünf Musikrecherchen pro Monat durchführen. Dem durchschnittlichen Musikfreund dürfte das schon genügen.

Nur meinen Freund Gerd wird all das nicht überzeugen. Um ehrlich zu sein: Ich bin schon froh, dass ich ihn zu einer E-Mail-Adresse überreden konnte.

Navis, Shazam und andere Nützlichkeiten des 21. Jahrhunderts wird er weiter ignorieren. Und beim nächsten Song wieder rechts ranfahren oder an die Theke hüpfen: “Kennen Sie die Band? Wissen Sie, wie ich den Bericht lesen kann, der im Internet über mich steht? Und können Sie mir sagen, wie spät es ist?” Eigentlich ein netter Kerl …

Feeling fifty-fine -
Edgar Wilkening

PS: In meinem gesamten Bekanntenkreis gibt’s niemanden, der Gerd heißt. Also wurde der Name von der Redaktion ganz offensichtlich geändert.

PPS: Für alle, die gern Auswahl haben, sei der SoundHound erwähnt. Gleiches Prinzip wie Shazam, gilt aber als etwas schneller in der Titelerkennung – und soll sogar selbstgesungene Songs erkennen können.

PPPS: “Movin’ On 2011″ im “Groove Junkies MoHo Vox”-Mix von Fleetside featuring Carloyn Harding finde ich richtig klasse. Deshalb hier der Link.

Januar 31, 2011 Posted Under: Alle, Digi, Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Gestern war bei mir Weihnachten! Bei Ihnen auch?

Gestern war bei mir Weihnachten! Bei Ihnen auch?

Autor: Edgar Wilkening | Foto: Edgar Wilkening
Weihnachten am 27. Mai? Hat der Mann sie noch alle? Hat er! Denn bei mir war gestern Bescherung. Bei Ihnen nicht? Dann haben Sie was verpasst.

Es fühlte sich an wie das Weihnachten, das wir aus unserer Kindheit kennen: mit ungeduldigem Warten, mit klopfendem Herzen, großer Erwartung und leuchtenden Augen. Nur eben in der Version für Leute unseres Alters.

Als die Glocke läutete, war es soweit – wie bei Bescherungen üblich. Denn als die Glocke läutete (an meiner Wohnungstür), stand tatsächlich der Weihnachtsmann davor (ein UPS-Mann), der mit seinem Rentierschlitten  gekommen war (dem typischen braunen Lieferwagen) und drückte mir ein Geschenk in die Hand (ja, wenn man lange genug vorher mit Kreditkarte gezahlt hat, fühlt es sich wirklich wie ein Geschenk an).

Na schön, nun hat mich der UPS-Mann zwar nicht gefragt, ob ich das ganze Jahr über brav gewesen bin. Sondern wollte einfach nur meine Unterschrift.

Aber die ungeduldige Freude beim Auspacken des Pakets, das war schon wieder absolut weihnachtlich. Immerhin hatte ich ja auch eine mehrwöchige Adventszeit hinter mir, in der die Vorfreude auf den großen Tag von Woche zu Woche gewachsen war. Und dann erst die Überraschung, als ich den Inhalt des Pakets endlich in Händen hielt: Oh, lieber Weihnachtsmann, das hatte ich mir schon so, so sehr gewünscht – das neue iPad!

Und dann, wie kleine Kinder eben sind an Weihnachten, war alles andere schlagartig vollkommen unwichtig neben dem neuen Spielzeug: kein Essen, kein Trinken, kein Zeitgefühl mehr. Denn natürlich musste alles sofort ausprobiert werden. Und ich bin froh, dass ich’s gestern Abend noch zu halbwegs vernünftiger Uhrzeit ins Bett geschafft habe. Denn kein Erwachsener sagte: So, Edgar, jetzt aber einpacken und ab in die Federn – morgen ist auch noch ein Tag zum Spielen … Erinnern Sie sich an Ihr Weihnachten?

Okay, kommen wir zu den Fakten: Gestern um 11.15 Uhr traf das iPad hier auf St. Pauli ein. Einen Tag vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland. Der ist nämlich erst heute. Und dann, was alle wissen wollen: Ist es wirklich so toll, wie man hört und liest? Ja, ist es! Ein großartiges Gerät. Ob man’s wirklich braucht? Das muss jeder für sich entscheiden.

Aber ich kann schon jetzt sagen, nach einem Tag: Ich habe noch nie einen so stylishen Wettbericht gesehen wie mit der App Weather HD, selten so klasse Flipper gespielt wie mit Pinball HD und noch nie so einen lebendigen, mehrdimensionalen Spiegel gelesen. Und das ist erst der Anfang … Ausprobieren!

So, ich muss mich jetzt mal wieder um mein Weihnachtsgeschenk kümmern. Denn wie sagen die Erwachsenen immer? Morgen ist auch noch ein Tag! Aber das war ja schon gestern. Und der morgige Tag heute.

Feeling fifty-fine und fröhliche Weihnachten allen iPad-Besitzern –
Edgar Wilkening

Mai 30, 2010 Posted Under: Alle, Digi   Jetzt Kommentar dazu schreiben

fifty-fine und die Facebook-Fans

fifty-fine und die Facebook-Fans

Autor: Edgar Wilkening | Grafik: Edgar Wilkening
Rechts schon das neue Feld entdeckt? fifty-fine ist jetzt auf Facebook mit einer eigenen Gruppe vertreten. Ich hatte ja schon in meinem letzten Posting angekündigt, dass ich das neue Social-Plugin “Gefällt mir”-Box von Facebook in diese Seite integrieren wollte.

Voraussetzung dafür ist, dass es eine feste ID auf Facebook gibt, zu der das Plugin verlinkt wird. Deshalb habe ich dort heute morgen die Gruppe gegründet. Sofort hat sie eine ID (die Zahlenfolge 116452191729529) von Facebook erhalten. Und dann war es nur noch eine Zeile Code, die ich hier in den Quellcode von fifty-fine einfügen musste – das war’s auch schon. Schneller erledigt als gedacht.

Und bevor hier irgendjemand auf die Idee kommt, das alles sei Programmierer-Hexenwerk, dem wir in unserem Alter nicht gewachsen sind: weit gefehlt!

Genau das ist es eben nicht: kein Hexenwerk, keine Geheimkunst, keine schwarze Magie! Auch wenn viele immer wieder gern so tun. Entweder weil sie ihr Geld damit verdienen – dann sind es schlecht bezahlte Computerfuzzis, die um ihre kleinen Pfründe fürchten. Oder weil sie das herrliche Vorurteil lieben, das ihre Denkfaulheit rechtfertigt – dann sind es junge oder alte Ewiggestrige, die um ihre liebgewonnenen Ausflüchte fürchten.

Die Zeile Code bekommt man von Facebook auf Knopfdruck geliefert. Einfach “Get Code” klicken – fertig. Probieren Sie’s einfach mal aus! Das kann wirklich jeder – vorausgesetzt, man will es können.

Ab heute können Facebooker also “Gefällt mir” sagen zu fifty-fine. Und alle Besucher der Seite hier bekommen sowohl die Gesamtzahl der Fans wie auch eine Auswahl von Bildern der Facebook-Fans angezeigt. Ich persönlich finde das extrem smart: ganz 21. Jahrhundert.

Wie schnell die Fan-Zahlen hier steigen werden? Da mache mir allerdings wenig Illusionen. Wahrscheinlich ist es eben doch so, dass die Generation der Frühergeborenen eher selten auf Facebook vertreten ist und ebenso spärlich Fan von irgendetwas wird – ganz, wie es das Vorurteil eben behauptet. Deshalb wird die Fanzahl laktosefreier Milch auf Facebook auf absehbare Zeit wohl größer bleiben als die von fifty-fine. Aber wer weiß … Ich lasse mich gerne von Ihnen überraschen!

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Mai 25, 2010 Posted Under: Digi   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Alles nur Medienhype? Ich hab’s trotzdem getan!

Alles nur Medienhype? Ich hab’s trotzdem getan!

Autor: Edgar Wilkening | Grafik: Edgar Wilkening
Jawohl, ich hab’s getan! Heute morgen um acht Uhr achtzehn ist es passiert. Warum ausgerechnet heute?, fragt sich jetzt der ein oder andere. Ganz einfach: weil heute der 10. Mai 2010 ist. Der erste Tag, an dem man das iPad von Apple in Deutschland vorbestellen kann.

Jetzt winken die Ersten ab: Ah, iPad … Und fügen dann abgeklärt hinzu: Alles nur Medienmache! Müssen wir in unserem Alter wirklich noch jeden Hype mitmachen?

Wenn die Herrschaften sich nur nicht täuschen! Denn natürlich weiß ich um die Unzulänglichkeiten der Hightech-Flunder: dass sie nicht multitasking-fähig ist. Dass Flash ausgesperrt wurde und viele Websites damit nicht vollständig angezeigt werden. Dass die Schnittstellen für externe Komponenten extrem reduziert sind …

Dennoch: Die Vorberichte lassen erahnen, dass das iPad eine vollkommen neue Geräteklasse etabliert. Eine, die unser Leben und unsere Art, mit Medien umzugehen, nachhaltig verändern wird. Nur mal als Beispiel: Flippern mit ganz neuen Perspektiven für Spieler. Geben Sie doch einfach mal iPad als Suchbegriff bei YouTube ein und lassen Sie sich überraschen, was uns erwartet.

Nicht umsonst sagen alle in meinem Umfeld, die schon jetzt ein Import-Exemplar aus den Staaten ihr eigen nennen: iPad rocks the house – wenn du es ein Mal in der Hand hast, willst du es nicht wieder hergeben, und fragst dich, wie du so lange darauf verzichten konntest.

Alles nur Medienhype …?

Die Münder, aus denen dieses Wort kommt, gehören leider viel zu oft Leuten, denen jedes Argument recht ist, um sich in ihrem Leben bloß nicht mehr bewegen zu müssen. Ja keine Neuerungen, keine Veränderungen. Schlimm genug, dass das Telefon heute keine Wählscheibe mehr hat! Jetzt bloß nicht noch mehr Unordnung stiften.

Es sind diese erzreaktionären Auf-der-Stelle-Treter, denen das chice Argument des Medienhype jedes Mal recht kommt, weil es so intelligent, so abgeklärt und so besser informiert klingt. Und doch nur verlogenes Deckmäntelchen ist, damit alles bitte, bitte bleiben kann wie’s ist. Mentaler Stillstand, hochgehalten als Fahne der Tugend.

Nein, wir müssen nicht jeden Hype mitmachen. Erst recht nicht in unserem Alter. Im Gegenteil. Unsere Erfahrung sollte uns aber in die Lage versetzen, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden zu können. Bedeutsames von Bedeutungslosem. Echte Innovationen von echtem Schund.

Ich jedenfalls möchte es nicht verpassen, wenn sich die Welt verändert. Und werde mir von den Deckmäntelchenträgern nicht sagen lassen, was ich vom iPad zu halten habe.

Am 28. Mai ist es soweit. Dann ist offizieller Erstverkaufstag für das iPad in Deutschland. An diesem Tag kann ich mit dem Eintreffen meines Exemplars rechnen. Und mir mein eigenes Bild machen, ob Hype oder Innovation. Und dann wird geflippert, was die Flunder hergibt! Ich freue mich jedenfalls schon darauf.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Mai 10, 2010 Posted Under: Alle, Digi   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Frühling aufm Dorfplatz? Höchste Zeit für eine neue Facebook-Gruppe

Frühling aufm Dorfplatz? Höchste Zeit für eine neue Facebook-Gruppe

Autor: Edgar Wilkening | Foto: iStockphoto.com/narcisa – floricica buzlea | Montage: Edgar Wilkening
Während ich aus meinem Küchenfenster schaue und der hundertjährigen Kastanie zusehe, wie sie Tag für Tag ihre Propellerblätter ein Stückchen weiter ausfährt und die Blütenstände langsam für ihre weiße Pracht in Position bringt, fällt mir auf, wie herrlich es ist, nicht in einer anonymen Großstadt zu wohnen, sondern den Frühling auf dem Dorf zu erleben.

Und bevor hier irgendjemand widerspricht: Ja, St. Pauli ist ein Dorf! Man geht auf die Straße, schon trifft man Nachbarn. Wie das so ist in einem Dorf. Und wenn im Sommer das Wetter mitspielt, sitzt man rund um den kleinen Dorfplatz, auf den vom warmen Licht beschienenen Sonnenbänken, ein kühles Getränk aus der Dorfkneipe in der Hand, und schaut, wer gerade so durchs Dorf schlendert.

Irgendjemand kommt immer vorbei. Auf dem Weg zum nahen Dorfkrämer. Oder auf dem Weg zurück. Oder zum Sport, zu einer Verabredung oder einfach so und bleibt stehen auf einen Schnack. Und plötzlich steht das halbe Dorf zusammen und zelebriert den Tag. In anonymen Großstädten gibt’s so was ja gar nicht. Auf St. Pauli beinah täglich. Stinknormales Dorfleben eben.

Wobei bislang der Zufall immer noch eine große Rolle spielte. Wer gerade am Dorfplatz vorbeikam, war dabei. Wer nicht vorbeikam, nicht. Und dann hieß es hinterher: Ach, wenn ich gewusst hätte …

Damit ist jetzt Schluß. Denn vorgestern habe ich eine Facebook-Gruppe gegründet: für alle Fans der Sonnenbank auf unserem kleinen Dorfplatz.

Nun ist Facebook gerade heftig in die Kritik geraten. Denn die Betreiber wollen persönliche Informationen von Nutzern ohne deren Zustimmung an Dritte weitergeben. Natürlich mit kommerziellen Interessen. Zurecht wettert Verbraucherschutzministerin Aigner gegen den laxen, typisch amerikanischen Umgang mit persönlichen Daten.

Das ändert aber nichts daran, dass Facebook prinzipiell eine herrliche Einrichtung ist. Ein Treffpunkt, ganz ähnlich wie unser Dorfplatz. Wo immer irgendwelche Freunde vorbeikommen und es ständig etwas Neues zu berichten gibt.

Und wo jetzt auch unser kleiner Dorfplatz seine eigene Gruppe gefunden hat. Eine Art Pinnwand, auf der alle Nachbarn rechtzeitig erfahren oder selbst Bescheid geben können, wenn auf dem Dorfplatz etwas los sein wird. Abhängig von der aktuellen Wetterprognose fürs Quartier kann dann schon morgens die abendliche Schlenderung durchs Dorf geplant werden, der Feierabend auf der Sonnenbank und der Schnack mit dem halben Dorf bis in die Nacht.

Und endlich können auch Freunde, die nicht im Dorf wohnen, sondern irgendwo in der anonymen Großstadt, zuverlässig dazustoßen. Ich persönlich finde das großartig.

Wenn Sie mal dabei sein wollen, wenn der kleine Dorfplatz brummt: Achten Sie einfach auf die aktuellen Aushänge. Oder Sie kommen einfach mal so aufm Dorfplatz rum. Irgendwer ist immer da. Man sieht sich!

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

April 9, 2010 Posted Under: Alle, Digi, Leben   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Fabelhaft: Wilhelm Busch im Wasserbad

Fabelhaft: Wilhelm Busch im Wasserbad

Autor: Edgar Wilkening | Foto: Edgar Wilkening
Heute morgen erwartete mich in der Küche ein Wasserbad. Und wird mich womöglich auch noch den Rest des Tages begleiten.

Grund ist ein fabelhalter Fabelhaft von 2007. Der legendäre Wein von Kultwinzer Dirk van der Niepoort. Ein moderner, dichter Wein, im Douro-Tal gekeltert, der so ganz anders ist, als man sich einen portugiesischen vinho tinto gemeinhin vorstellt. Und dann dieses Etikett! Ein echter Hingucker, mit Zeichnungen von Wilhelm Busch.

Meinen Gästen gefiel der Wein jedenfalls so gut, dass sie einmütig forderten, das Etikett müsse aufgehoben werden. Als Erinnerung, als Gedächtnisstütze, als Einkaufshilfe.

Nun, als Gastgeber stelle ich mich den Wünschen meiner Gäste ungern in den Weg. Aber ein Etikett ablösen? Von einer Weinflasche? Im Wasserbad meiner Spüle? Im 21. Jahrhundert?

Kann sein, dass in den Achtzigern oder Neunzigern des letzten Jahrhunderts Etiketten noch mit wasserlöslichem Leim geklebt wurden. Da reichten zehn Minuten nasse Füße und schon trudelte das Etikett von selbst im Wasser rum. Im neuen Jahrtausend werden Etiketten jedoch mit Klebern verarbeitet, die sich jeglichen Wasserlösungsversuchen hartnäckig widersetzen. Weshalb meine Gäste zwar längst gegangen sind, in meinem Spülbecken aber immer noch eine Buddel darauf wartet, dass sich Wilhelms buschiges Etikett wenigstens ansatzweise von ihr lösen möge.

Liebe Gäste, ehe ich noch ein paar Tage warten muss, in denen sich keine Lösung abzeichnet, und damit ich mein Spülbecken wieder für die ihm eigentlich zugedachten Zwecke nutzen kann: Darf ich Euch eine ganz zeitgemäße Erinnerung, Gedächtnisstütze und Einkaufshilfe für den fabelhaften Fabelhaft anbieten? So, wie es sich im 21. Jahrhundert ziemt?

Hier kommt der direkte Link zu Niepoorts Fabelhaft. Okay, auch nicht wasserlöslich, das gebe ich zu. Aber ansonsten in jeder Hinsicht praktischer als ein tagelanges Wasserbad in meiner Küche. Und ich kann endlich die Flasche zum Altglascontainer bringen. Inklusive Etikett.

Feeling fifty-fine –
Edgar  Wilkening

März 13, 2010 Posted Under: Alle, Digi, Gusto   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Tschüss MTV! tape.tv kills the videoclip star

Tschüss MTV! tape.tv kills the videoclip star

Autor: Edgar Wilkening | Grafik: tape.tv
Was für eine Offenbarung in unseren Empfangsgeräten: als MTV am 1. August 1981 um 00:01 Uhr auf Sendung ging! Der erste Videoclip damals, lang, lang ist’s her, aber immer noch legendär: “Video Killed the Radio Star” – ein programmatisches Statement des jungen, wilden Fernsehkanals.

Heute könnte man ähnlich programmatisch anstimmen: “Internet Killed the TV Star”.

Denn das Musikfernsehen ist im Web angekommen. Und hat mit tape.tv nicht nur eine unglaublich smarte, chice Oberfläche bekommen.

Sondern endlich auch all die Individuell-Feature, die klassische TV-Sender nie bieten können: Lieblings-Clips markieren, Weiterklicken zum nächsten Clip, ungeliebte Clips aussortieren, Mixtapes für Freunde erstellen, Suchfunktion für Titel und, und, und.

Sehr schön gemacht, auch wenn das Repertoire zur Zeit noch etwas begrenzt ist. Vollkommen zu Recht als INTERNET WORLD Business-Idee 2010 nominiert, wie ich finde. Klar hab ich für tape.tv gestimmt.

Unbedingt ausprobieren! Und dann: tschüss MTV – war eine schöne Zeit mit Dir, aber alles wird besser.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Februar 19, 2010 Posted Under: Alle, Digi, Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben