Archive for the “Leben” Category

Wolkenbruch mit Starbesuch und Schaulaufen beim Auslaufen: Die Taufe der Mein Schiff 2

Wolkenbruch mit Starbesuch und Schaulaufen beim Auslaufen: Die Taufe der Mein Schiff 2

Autor: Edgar Wilkening | Fotos: TUI Cruises (2) / Edgar Wilkening (3)
Ist sie nicht niedlich, wie sie mit den Kameras der Pressefotografen flirtet? Ärmellos im dünnen Flatterkleidchen. Und das bei lausigen 14 Grad Celsius. Alles nur der knallhart recherchierenden Weltpresse zuliebe, die die Blondine immer wieder aufforderte, ihr Kleidchen flattern zu lassen und das Täschlein zu schwenken.

Taufe Mein Schiff 2

Ganz ehrlich: Ich habe keinen blassen Schimmer, welches Sternchen aus Funk und Filmchen da über den roten Teppich stöckelt. Ist aber auch nicht wichtig.

Denn der eigentliche Star dieses Events war jemand anderes. Ein riesenhafter Hüne mit imposanter Statur und in elegantes Dunkelblau gehüllt.

So riesig, dass er beim besten Willen nicht über den roten Teppich gepasst hätte. Und deshalb im Foto nur als Ausschnitt rechts oben zu sehen ist: die Mein Schiff 2. Der neue Kreuzliner von TUI Cruises.

Am vergangenen Samstag war die Taufe. Ein rauschendes Fest. Mehr als 1.200 Gäste waren geladen. Kreuzfahrt-Stammgäste, Geschäftspartner, Prominente, Ehrengäste. Ein Schaulaufen großer Namen. Eigentlich fehlte nur Roberto Blanco.

Der offizielle Teil begann bei bestem Hamburger Schietwetter: Ein Wolkenbruch fegte kurz vor Beginn der Zeremonie über die Taufbühne am Kai und legte sogar Teile der Technik kurzzeitig lahm.

Begehrtestes Accessoire bei den festlich gekleideten Zuschauern: Hunderte türkisblauer IKEA-Fleecedecken zum Einmummeln.

Aber das Showprogramm entschädigte für die Unbilden des Wetters: Bettina Tietjen mit Yared Dibaba als blendend aufgelegtes Moderatorenteam (letzterer in unglaublich lässigem Anzug und Hemd ganz in Orange). Musiklegende James Last mit seinem Orchester. Grüße von Ina Müller als Filmzuspieler. TUI-Vorstand Dr. Michael Frenzel und Richard Vogel, Chef von TUI Cruises, im Talk. Die Autoren Helmuth Karasek und Stefan Jürgs. Shanty-Chor. Unheilig. Artistik. Und, und, und …

Nach anderthalb Stunden Show schritt Olympiasiegerin Anja Fichtel als offizielle Taufpatin der Mein Schiff 2 zur Tat: Mit einem Florett löste sie den Taufmechanismus aus. Die Champagnerflasche zerschellte am Bug, der Name wurde gelüftet. Und die Zuschauer konnten zurück in die Wärme: an Bord des Kreuzfahrers.

Dort wurde nach dem Auslaufen das Taufmenü serviert. Die Starköche Cornelia Poletto, Björn Freitag und Wahabi Nouri hatten eigens für diesen Tag Gerichte kreiert, die von der Bordküche umgesetzt wurden.

Und natürlich wurde als Hauptgang auch der Steinbutt mit Orangennocken und Fenchel serviert, dessentwegen ich vor allem an Bord gegangen war (wie ich hier schon berichtete).

Ein Gericht, das die Bild am Sonntag in ihrer Ausgabe am Folgetag schon zum “Klassiker der Küche” kürte.

Mit einem Showprogramm im Theater der Mein Schiff 2 und Livemusik in den Bars ging die Taufparty bis tief in die Nacht weiter.

Ich war mit Sicherheit nicht der Einzige, der gerade mal vier Stunden Schlaf an Bord hatte. Denn ab sechs Uhr morgens, zurück im Hamburger Hafen, warteten die Frühstücks-Restaurants schon mit Eiern, Kaffee und Speck auf Frühaufsteher.

Trotz der Wetterkapriolen: eine rundum gelungene Taufe und ein großartiges Fest. Vielen Dank dafür an TUI Cruises! Und der Mein Schiff 2 immer ein paar Handbreit Wasser unterm Kiel und so gutgelaunte Gäste an Bord wie an diesem Tag.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

PS: Verblüffende Panoramafotos von der Mein Schiff 2 und ein Bericht über den Kreuzliner hier in Kürze.

PPS: Und falls Sie die Blondine im Flatterkleidchen oben erkannt haben sollten: sachdienliche Hinweise gerne hier als Posting. Oder – denken Sie, das war Roberto Blanco?

Mai 16, 2011 Posted Under: Alle, Leben   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Malerische Sonnenuntergänge an Bord der “Mein Schiff 1″ – und nicht ein einziges Foto davon …

Malerische Sonnenuntergänge an Bord der “Mein Schiff 1″ – und nicht ein einziges Foto davon …

Autor: Edgar Wilkening | Fotos: Edgar Wilkening
Fotos malerischer Sonnenuntergänge gehören zu einer Kreuzfahrt wie der Klabautermann zu den Weltmeeren. Gigatonnen an Daten glühend im Meer versinkender Sonnen verstopfen die Festplatten der Welt. Gerne auch dekoriert mit tropischen Cocktails, an denen trutschige Dorfschönheiten kleben.

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Statt dessen hier ein paar Shots, die selbst manchem Mitreisenden kaum ins Auge gefallen sein dürften. Alle Fotos entstanden an Bord der “Mein Schiff 1″ von Tui Cruises im Zeitraum 5. bis 12. Dezember 2010. Wer alle Bilder richtig zuordnen kann, bekommt von mir den Großen Klabautermann-Orden am Ehrenband verliehen.

“Beim Kofferpacken bitte Terminkalender vergessen”, hieß es in den Reiseunterlagen von Tui Cruises. Womit man mir wohl sagen wollte, dass Zeit und Termine an Bord der “Mein Schiff 1″ keine Rolle spielen – wie man an dieser Bahnhofsuhr deutlich erkennen kann.

Seefahrerromantik? Pustekuchen. Trotzdem mein ganz persönlicher Lieblingsplatz an Bord. Hier kam ich am ersten Tag an – und hatte für den Rest der Reise mein Plätzchen gefunden: die Tapas y Mas Bar. Speziell bei geöffnetem Sonnendach: traumhaft.

Lass liegen! Sehen einladender aus, als sie sind. Denn die geneigten Flächen sind nicht verstellbar, sondern fest montiert, was zwar die Stabilität erhöht, aber nicht den Komfort.

Zwei Kugeln Stracciatella, ein Mal Schoko? Nein, diese bunten Becher sind meines Wissens nicht für die Aufnahme von Gelati gedacht.

Mobile Sternwarten zur Himmelsbeobachtung, die Kapitän und 1. Offizier zur präzisen Positions- und Kursbestimmung auf See dienen. Jedenfalls war das meine erste Vermutung beim Anblick der Kuppeln.

“Jetzt muss ich Sie mal fragen: Was haben Sie da gerade fotografiert?”, sprach mich eine Dame an, als ich mich für dieses Bild hingekniet hatte. Vielleicht erkennt sie es ja wieder.

Coole Szenebar mitten in Hamburg, München oder Frankfurt? Das würde allerdings bedeuten, dies Bild wäre definitiv im falschen Ordner gelandet.

Ordnung muss sein. Jeden Morgen neu in Reih und Glied geordnet, bereit für den Ansturm der allgegenwärtigen Badetuchmarkierer.

Der frühe Vogel läuft im Sturm. Wer sich an Bord azyklisch verhält, findet reichlich Auslauf für seine persönlichen Vorlieben.

Als Abschluss dann doch noch ein kleiner Sundowner-Shot: schaulustige Mitreisende beim Auslaufen des Schiffs. Nur, um nach der obigen Bilderstrecke gar nicht erst den Eindruck aufkommen zu lassen, ein Kreuzfahrer wie die “Mein Schiff 1″ sei eine einsame, vollkommen menschenleere Angelegenheit. Das ist es nämlich eher nicht. Aber davon werde ich in Kürze berichten …

Feeling fifty-fine -
Edgar Wilkening

Dezember 19, 2010 Posted Under: Alle, Leben   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Üffes – Nomen est Omen! • Von Jürgen Langenkämper

Üffes – Nomen est Omen! • Von Jürgen Langenkämper

Autor: Jürgen Langenkämper | Foto: iStockphoto.com/Rosemarie Gearhart
Andere Länder, andere Namen. Für meine Mutter war es ein schwerer Schlag, nach mehr als 50 Jahren zu erfahren, dass es für ihren “Jürgen” – das bin ich – gar keinen richtigen Namen gibt, wenn er ins Ausland fährt und sich Fremden vorstellt. Sie glauben, gar nicht zu welchen Verrenkungen der menschliche Sprechapparat von Lippe, Zunge und was sonst noch so dazu gehört, fähig ist, wenn ein in fremden Sprachen, speziell der deutschen, ungeübter Ausländer – sagen wir mal ein Franzose – den Namen zum allerersten Mal aussprechen soll und sich dabei der Etikette gemäß alle erdenkliche Mühe gibt.

Vielleicht liegt es daran, oder an den ungewohnten beiden Punkten über dem Vokal – in anderen Sprachen sogenannte Trema, aber im Deutschen Umlautpunkte –, dass sich bei amtlichen Dingen Behörden im Ausland stets meinen zweiten Vornamen notieren – wlelches und welcher mir gar nicht gefällt, was aber hier nichts zur Sache tut.

Junge Eltern, die schon mehrfach ins Ausland gefahren sind, scheinen weise zu sein – und außerdem haben sie ja mehr Auswahl, weil Reisen bekanntlich bildet. So lernt der junge Mensch heute doch schon allein nach einer Woche Fernsehen mehr neue Namen kennen als früher eine ganze Generation der Adeles, Adolfs, Alberts und Alwines, um nur am Anfang des Alphabets deutscher Vornamen anzufangen.

Häufig genug stellen einstmals junge Eltern nach ein paar Jahren jedoch fest, dass nicht nur sie allein schöpferisch waren, sondern dass andere offensichtlich dieselben Filme gesehen haben. Wie anders ist es zu erklären, dass es vor 20 Jahren plötzlich ganz viele Kevins gab und jetzt auch viele kleine Angelinas? Und in Kürze wohl besonders viele Lenas!

Auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal – nicht jeder ist gleich bereit, seinen Sohn Sue zu nennen, den Johnny Cash einst besang – haben Freunde meiner Tochter einen Volltreffer gelandet: Üffes.

Nie gehört! Woher kommt das? Das fragten wir uns alle. Türkisch vielleicht. Denn Üffes klingt ein bisschen wie Efes, das türkische Restaurant um die Ecke, das nach der Stadt benannt ist, die in der Bibel Ephesus heißt.

Um alle Unklarheiten zu beseitigen, fragte meine Tochter ihre Eltern werdenden Freunde noch mal, wie man denn Üffes wohl schreibe. Y – v – e – s buchstabierten sie. Sie fänden den Klang des Namens so schöööööön.

Wir haben noch nicht nachgefragt, wo sie den Namen schon mal gehört haben und ob sie ganz von allein darauf gekommen sind. Ich bin mal gespannt, wie der Kleine reagiert, wenn er eingeschult wird, die Lehrerin die Namen aller Schüler aufruft und dann bei seinem anlangt: Iiieehf !

Jürgen Langenkämper | Langjähriger Autor und Journalist einer Tageszeitung

Juni 12, 2010 Posted Under: Gäste, Leben   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Frühling aufm Dorfplatz? Höchste Zeit für eine neue Facebook-Gruppe

Frühling aufm Dorfplatz? Höchste Zeit für eine neue Facebook-Gruppe

Autor: Edgar Wilkening | Foto: iStockphoto.com/narcisa – floricica buzlea | Montage: Edgar Wilkening
Während ich aus meinem Küchenfenster schaue und der hundertjährigen Kastanie zusehe, wie sie Tag für Tag ihre Propellerblätter ein Stückchen weiter ausfährt und die Blütenstände langsam für ihre weiße Pracht in Position bringt, fällt mir auf, wie herrlich es ist, nicht in einer anonymen Großstadt zu wohnen, sondern den Frühling auf dem Dorf zu erleben.

Und bevor hier irgendjemand widerspricht: Ja, St. Pauli ist ein Dorf! Man geht auf die Straße, schon trifft man Nachbarn. Wie das so ist in einem Dorf. Und wenn im Sommer das Wetter mitspielt, sitzt man rund um den kleinen Dorfplatz, auf den vom warmen Licht beschienenen Sonnenbänken, ein kühles Getränk aus der Dorfkneipe in der Hand, und schaut, wer gerade so durchs Dorf schlendert.

Irgendjemand kommt immer vorbei. Auf dem Weg zum nahen Dorfkrämer. Oder auf dem Weg zurück. Oder zum Sport, zu einer Verabredung oder einfach so und bleibt stehen auf einen Schnack. Und plötzlich steht das halbe Dorf zusammen und zelebriert den Tag. In anonymen Großstädten gibt’s so was ja gar nicht. Auf St. Pauli beinah täglich. Stinknormales Dorfleben eben.

Wobei bislang der Zufall immer noch eine große Rolle spielte. Wer gerade am Dorfplatz vorbeikam, war dabei. Wer nicht vorbeikam, nicht. Und dann hieß es hinterher: Ach, wenn ich gewusst hätte …

Damit ist jetzt Schluß. Denn vorgestern habe ich eine Facebook-Gruppe gegründet: für alle Fans der Sonnenbank auf unserem kleinen Dorfplatz.

Nun ist Facebook gerade heftig in die Kritik geraten. Denn die Betreiber wollen persönliche Informationen von Nutzern ohne deren Zustimmung an Dritte weitergeben. Natürlich mit kommerziellen Interessen. Zurecht wettert Verbraucherschutzministerin Aigner gegen den laxen, typisch amerikanischen Umgang mit persönlichen Daten.

Das ändert aber nichts daran, dass Facebook prinzipiell eine herrliche Einrichtung ist. Ein Treffpunkt, ganz ähnlich wie unser Dorfplatz. Wo immer irgendwelche Freunde vorbeikommen und es ständig etwas Neues zu berichten gibt.

Und wo jetzt auch unser kleiner Dorfplatz seine eigene Gruppe gefunden hat. Eine Art Pinnwand, auf der alle Nachbarn rechtzeitig erfahren oder selbst Bescheid geben können, wenn auf dem Dorfplatz etwas los sein wird. Abhängig von der aktuellen Wetterprognose fürs Quartier kann dann schon morgens die abendliche Schlenderung durchs Dorf geplant werden, der Feierabend auf der Sonnenbank und der Schnack mit dem halben Dorf bis in die Nacht.

Und endlich können auch Freunde, die nicht im Dorf wohnen, sondern irgendwo in der anonymen Großstadt, zuverlässig dazustoßen. Ich persönlich finde das großartig.

Wenn Sie mal dabei sein wollen, wenn der kleine Dorfplatz brummt: Achten Sie einfach auf die aktuellen Aushänge. Oder Sie kommen einfach mal so aufm Dorfplatz rum. Irgendwer ist immer da. Man sieht sich!

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

April 9, 2010 Posted Under: Alle, Digi, Leben   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Kneifen gilt nicht! Wollen Sie die Zukunft etwa den Baggypants-Trägern überlassen?

Kneifen gilt nicht! Wollen Sie die Zukunft etwa den Baggypants-Trägern überlassen?

Autor: Edgar Wilkening | Foto: Edgar Wilkening
Kaum die Fünfziger-Marke geknackt, schon denken Sie an die Rente? Und den Rest sollen die Leute in den Baggypants machen? Was sind Sie denn für ‘ne Schnarchnase! Kommt ja gar nicht in Frage.

Können nicht mal ihre Hosen richtig anziehen, die jungen Leute. Und da denken Sie dran, sich zur Ruhe zu setzen? Die Welt und den ganzen Rest den Jungspunden überlassen? Aus welchem Jahrhundert stammen Sie denn! Die Zeiten sind lange vorbei. Gott sei Dank!

Wer mitten in den Fünfzigern schon davon spricht, wie er die Jahre bis zur Rente überbrückt, schwärmt nur scheinbar von besseren Zeiten. Nicht etwa, weil so was wie Rente heute unsicherer denn je ist. Das ist ein ganz anderes Thema. Sondern weil er sich selbst ein Armutszeugnis ausstellt für die vergangenen zwanzig, dreißig Jahre. Wie dröge müssen die bitteschön gewesen sein, wenn noch drögere Zeiten ein Grund zur Vorfreude sind! Und überhaupt, wer soll das glauben: die letzten drei Jahrzehnte vergrützt, aber irgendwann die Kurve kriegen wollen?

Ich persönlich halte es da eher mit dem, was ich jüngst im KulturSPIEGEL gelesen habe. In der Rubrik “Mit 17 hat man noch Träume” des Hefts 1/2020 fand sich ein Interview mit Designerin Diane von Fürstenberg, einer Dame von der ich – ich gestehe! – bis dato noch nie gehört hatte. Umso mehr wird sie mir jetzt in Erinnerung bleiben.

Denn was antwortet die Dame, mittlerweile 63, auf die Frage: “Was war die schönste Zeit Ihres Lebens?”

“Komischerweise glaube ich, die ist jetzt.”

Ist das eine coole Antwort? Klasse! Lichtjahre entfernt von deutschem Jammerlamento. Und was sagt Frau von Fürstenberg, warum ausgerechnet jetzt, mitten in den Sechzigern, ihre schönste Zeit ist? Vor allem auch, weil sie “wahnsinnig gern in meiner Firma” arbeitet.

Kein Gedanke an Rente und zur Ruhe setzen. Sondern Gestaltungswille, Lust am Machen, Visionen realisieren. Mich hat das mächtig beeindruckt. Großartig. Weil es so ein fantastischer Gegenentwurf ist zu all jenen, die wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange bewegungslos der Rente entgegen starren.

Die aktuelle Kollektion von Diane von Fürstenberg hier. Sehenswert! Und hier das gesamte Interview.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

April 2, 2010 Posted Under: Leben   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Blumen zum Internationalen Frauentag: Kriegte man die früher nicht um die Ohren geklatscht?

Blumen zum Internationalen Frauentag: Kriegte man die früher nicht um die Ohren geklatscht?

Autor: Edgar Wilkening | Grafik: Blume 2000
Am 8. März ist Internationaler Frauentag, schreibt mir heute der Online-Blumenhändler Blume 2000. Und empfiehlt mir, anlässlich dieses Tages Blumengrüße zu versenden. An all die Frauen, “die immer für uns da sind.”

Um dann noch genauer zu erläutern, was es mit dem Weltfrauentag und den Frauen so auf sich hat: “Sie nehmen die Post entgegen, gießen die Blumen während unseres Urlaubes und babysitten, wenn Not am Mann ist.”

Na hoppla, wenn das Clara Zetkin wüsste!

Immerhin geht der Weltfrauentag auf sie zurück, wie Wikipedia zu berichten weiß. Entstanden im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht der Frauen. Heute wird er offiziell als “Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden” begangen.

Tja, dann bringt’s der Online-Blumenhändler in seinem Schreiben wohl auf den Punkt: Gleichberechtigung? Genau! Heute dürfen auch Frauen die Post entgegennehmen. Wahlrecht? Aber natürlich! Frauen dürfen frei wählen, in welcher Reihenfolge sie die Blumen gießen. Not am Mann? Na bitte! Können Frauen zeigen, dass sie immer für uns da sind. Wenn das kein Grund ist, sofort den Rechten der Frau und dem Weltfrieden zuliebe Blumen zu ordern.

Ich kann mich jedenfalls noch an Zeiten erinnern, da hätte man uns Männern das Zeug um die Ohren gehauen, wenn wir zum Frauentag mit Blumen um die Ecke gekommen wären. Recht  so!

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

März 3, 2010 Posted Under: Alle, Leben   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Nein, auf keinen Fall: Hier wird kein Silber geschürft!

Nein, auf keinen Fall: Hier wird kein Silber geschürft!

Autor: Edgar Wilkening | Foto: iStockphoto.com/René Mansi
Da wurde ich heute doch ernsthaft gefragt, ob fifty-fine so eine Art Blog sei “für Best Ager und Silver Surfer”. Zwei Begriffe, die bei mir schlagartig allergische Reaktionen auslösen: Nein, das hier ist kein Blog für Best Ager! Auch nicht für Silver Surfer!

Und bevor die Frage jetzt kommt: Nein, genauso wenig für Third Ager. Nicht für die Generation Gold. Nicht für 50plus. Und auch nicht für all die anderen chicen Altersklassements, die man immer wieder mal hören kann oder lesen muss. Mit alldem hat fifty-fine gerade nix zu tun.

Warum eigentlich nicht?

Die Antwort gibt’s, wenn man sich die Frage stellt: Wie sieht er eigentlich aus, so ein Silver Surfer? Mal ehrlich: Haben Sie nicht auch automatisch das Bild eines gutmütig wirkenden, älteren Herrn vor Augen? Er schaut staunend auf ein Notebook oder Mobiltelefon, zusammen mit seinem vierzehnjährigen Enkel, der ihm die Tasten erklärt und aufmunternd meint: “Ach Opi, so schwer ist das gar nicht, das kannst du auch.”

Genau für diese Sorte Abziehfiguren-Opis ist fifty-fine eben nicht. Denn hier wird kein Silber geschürft. Und auch nicht bestens gealtert.

Das Layout hier ist eben nicht extra simpel gehalten, damit ja nicht die Fülle von Optionen womöglich irritieren könnte. Die Fotos zeigen keine Großmütterchen-Idyllen, die fröhlich auf heile Welt machen. Und auch die Typo der Fließtexte ist nicht in 48 Punkt angelegt, nur damit sie ja für Leute diesseits der Fünfzig problemlos lesbar ist.

Denn wer fifty-fine ist, weiß, dass er die Darstellung der Typo im Browser jederzeit vergrößern kann. Oder auch verkleinern, wenn man denn will. Und genau darum geht’s: die Fülle der Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts zu nutzen. Die großen wie die kleinen. Und zwar ganz selbstverständlich und mit dem größten Vergnügen.

Kleiner Test zum Schluss: Wissen Sie auf Anhieb, wie Sie die Schriftgröße dieses Artikels in Ihrem Browser vergrößern können?

Ich verspreche Ihnen: So schwer ist das gar nicht, das können Sie auch …

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Februar 16, 2010 Posted Under: Leben   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Ein Blog als Geschenk zum Fünfzigsten?

Ein Blog als Geschenk zum Fünfzigsten?

Autor: Edgar Wilkening | Foto: iStockphoto.com/kutay tanir
Ein Golfschlägerset. Präsentkörbe. Das obligatorische Wellness-Wochenende. Was bekommt man so alles geschenkt zum fünfzigsten Geburtstag?

Jedenfalls keinen Weblog, schätze ich mal. Erst recht keinen für Leute über fünfzig. Für solche, die lieber große Pläne schmieden als kleine Wehwehchen pflegen. Die bereits im 20. Jahrhundert geboren wurden und sich trotzdem im 21. Jahrhundert ganz zuhause fühlen. Die sich nicht aufs Altenteil setzen, sondern auf den Hosenboden. Und nicht jammern, dass früher alles besser war, sondern überzeugt sind, dass es immer spannender wird.

Nein, so was bekommt man wohl eher nicht geschenkt zum Fünfzigsten …

Deshalb habe ich es mir kurzerhand selbst geschenkt. Ist zwar schon eine Weile her, der Geburtstag. Aber jetzt am Wochenende hatte ich endlich Gelegenheit und hab’s ausgepackt, mein kleines Präsent.

Und Gottseidank: kein Golfschlägerset! Kein Präsentkorb! Kein Wellness-Wochenende! Sondern schau mal einer an: es ist ein niedliches, kleines Weblog. Und es heißt fifty-fine – ist das süß! Ja, solche Geschenke mag ich.

Und wie gefällt’s Ihnen? Ist nämlich auch ein Geschenk an Sie. Deshalb freue ich mich auf Ihr Feedback, Ihre Vorschläge und Ideen.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Februar 15, 2010 Posted Under: Alle, Leben, Yeah!   Jetzt Kommentar dazu schreiben