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Kiloweise eine Prise Salz: Fleur de Sel aus der Studentenbude

Kiloweise eine Prise Salz: Fleur de Sel aus der Studentenbude

Autor: Edgar Wilkening | Fotos: Edgar Wilkening
Es ist gut ein Jahr her, als ein Küchenutensil den Weg in meine kleine fresh cuisine fand, das ich nicht mehr missen möchte: ein Beutel aus braunem Papier, dessen bemitleidenswert angefledderter Zustand heute beredtes Zeugnis ablegt von seinem täglichen Gebrauch.

Aber nicht der Beutel ist das Entscheidende, sondern dessen Inhalt: Salzblumen. Ein ganzes Kilo. Jedenfalls war’s das mal … Fleur de Sel. Jahrgang 2009. Handgeerntet in Salzgärten in der Bretagne. Aus Guérande an der französischen Atlantikküste.

So knusprig, so krisp, mit einer so herrlichen kristallinen Struktur, dass man es am liebsten knabbern möchte. Dabei hat das Salz deutlich spürbare Restfeuchte, die ihm einen aparten Grip gibt: in der Tüte, zwischen den Fingern und auf Speisen.

Für mich das beste Salz, das ich bis dato probiert habe. Und deshalb täglicher Bestandteil meiner Küche. Wann immer eine Prise gefragt ist, ob zu Kurzgebratenen oder Kuchenteig, erfolgt der Griff zum braunen Beutel.

Hinter dem Produkt stehen zwei Berliner Studenten: Matthias Winkelmann und Daniel Hinkeldein, die neben ihrem Studium das Salzprojekt aufgebaut haben – und es deshalb auch genauso nennen: Das Salzprojekt.

Ihr Ziel: Fleur de Sel als Alltagsprodukt verfügbar machen. Dazu pflegen sie direkten Kontakt zum Hersteller in Guérande, vermeiden Zwischenhändler und Werbung, verschicken ausschließlich Kilogebinde, nutzen schlichte braune Papiertüten mit wiederverschließbarem Innenbeutel als Verpackung statt aufgeblähtem Designerkrempel und die Geschäftsführer fahren, vermute ich mal, keinen Porsche Cayenne.

Spart Arbeit, Kosten, Zeit. Und spiegelt sich am Ende im Preis wider: 22 Euro je Kilogramm (zuzüglich 4 Euro Versand) sind für ein Produkt dieser Güte sehr fair gerechnet.

Dass Fleur de Sel als Rohstoff quasi “nachwächst” und das Berliner Salzprojekt außerdem bio-zertifiziert ist, macht die Sache noch sympathischer. Klare Kaufempfehlung!

In meiner Küche ist der Griff zum braunen Beutel jedenfalls so selbstverständlich geworden, dass die Tüte gar nicht mehr weggeräumt wird.

Mit fatalen Folgen für das ehemalige Kilo. Davon ist im Laufe eines Jahres kaum etwas geblieben. Also rechtzeitig Nachschub ordern: die Salzernte des Jahrgangs 2010 aus Guérande. Und diesmal nicht nur ein Kilo, sondern gleich fünf.

Denn ein Jahresvorrat feinstes Fleur de Sel – ich finde, das ist auch ein tolles Geschenk und Mitbringsel für Menschen, die es zu schätzen wissen.

Ich freue mich schon auf den neuen Jahrgang in meiner fresh cuisine. Auf einen brandneuen braunen Beutel. Und darauf, ihn mit jeder kleinen Prise Salz ein bisschen weiter zu zerfleddern.

Feeling fifty-fine -
Edgar Wilkening

PS: Ebenfalls beim Salzprojekt erhältlich: Schwarzer Pfeffer in Bio-Qualität. Habe ich noch nicht probiert, wird aber folgen …

Mai 7, 2011 Posted Under: Alle, Gusto, Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Ewiggestrige fragen immer noch arglose Mitmenschen nach dem Weg – und dem Namen der Band

Ewiggestrige fragen immer noch arglose Mitmenschen nach dem Weg – und dem Namen der Band

Autor und Fotos: Edgar Wilkening | Illustration: kjpargeter/vectorstock.com
Gehören Sie zu denen, die heutzutage mit dem Auto immer noch rechts ranfahren und den erstbesten Passanten mit der Frage behelligen: “Wo, bitte, geht’s denn hier zur Goethestraße?”

Mein Freund Gerd ist so einer. Wirklich netter Kerl. Belesen, kreativ, viel gereist. Aber hoffnungslos ewiggestrig.

Neulich abends saßen wir in einer Kneipe. Bis er plötzlich die Ohren spitzte: “Kennst du den Song, der da läuft?”

Mein Kopfschütteln quittierte Gerd mit einem “Sekunde”. Schon sprach er das arglose Mädchen hinter der Theke an, einen Finger dabei Richtung Boxen gereckt. Kopfschütteln.

Zerknirscht kehrte Gerd an unseren Tisch zurück. “Mist! Seit Wochen versuche ich rauszukriegen, wie der Song heißt. Oder wenigstens die Band.” Sein Gesicht verriet, dass ihm die Antwort bis ans Ende aller Tage in die Finsternis ewiger Mysterien verstoßen schien.

“Movin’ On 2011″, ließ ich beiläufig fallen.

Gerd glotzte mich glubschäugig an.

“So heißt der Song”, erklärte ich ihm.

“Ich denke, du kennst ihn nicht.”

“Kenne ich auch nicht. Na und? Kann doch trotzdem wissen, wie er heißt.”

Gerd guckte mich an, als hätte ich behauptet: “Ich weiß zwar nicht, wo in Gifhorn die Goethestraße ist, ich weiß nicht mal, wo Gifhorn liegt, aber deswegen kann ich doch trotzdem wissen, wie man hinfährt.”

“Ist übrigens von Fleetside featuring Carolyn Harding, der Song. Und was da gerade läuft, ist der ‘Groove Junkies MoHo Vox’-Mix.”

Gerd war sichtlich überfordert. Er gehört zu denen, die immer noch einen furiosen Fundus Falk-Pläne für alle Fälle und fast alle Städte im Kofferraum ihres Wagens mit sich führen.

Und wenn dieser Wissenschatz an seine Grenzen gerät, wird eben rechts rangefahren und ein argloser Fremder genötigt: “Kennen Sie den Titel, der hier gerade im Autoradio läuft? Und den Weg zur Goethestraße?”

Nein, neumodisches Zeug wie ein Navi käme für Gerd niemals in Frage. Deshalb konnte er sich auch keinen Reim darauf machen, als ich mein Mobiltelefon aus der Tasche holte und ein paar Mal übers Display wischte, während er hinter der Theke Antwort auf seine drängenden Fragen suchte.

Auf meinem Telefon befindet sich eine unscheinbare, kleine App, die wahre Wunder vollbringt. Und manchmal sogar Auskunft weiß auf Fragen, deren Antwort bis ans Ende aller Tage in die Finsternis ewiger Mysterien verstoßen scheinen. Ihr Name: Shazam.

Shazam ist eine Software, die Songs erkennt. Eine Art Navigationsgerät, das souverän durch die große, weite Welt der Musik führt.

Das funktioniert so verblüffend, dass man nicht nur beim ersten Mal, sondern immer wieder geplättet ist.

Sie hören Musik, im Radio, in einer Bar, im Club und Sie wollen die Details dazu? Telefon raus, Shazam starten – und los.

Shazam lauscht mit Ihnen zusammen der Musik. Etwa zehn Sekunden lang, angezeigt durch eine stilisierte Vinylscheibe im Display.

Dabei erkennt Shazam charakteristische Muster in der Musik. Sozusagen den individuellen Fingerabdruck eines Songs.

Diesen Fingerabdruck sendet Shazam automatisch an eine große Fingerabdruck-Kartei, wo sozusagen die Personalakte des Songs aus dem Register gezogen wird.

Und wenige Sekunden später hat man das Ergebnis im Display: Titel, Interpret, Album – und, und, und. Alles, was Shazam über den Song erfahren konnte.

Sofern im Personalregister auch noch das Albumcover hinterlegt ist, wird es ebenfalls angezeigt. Außerdem Tourdaten abrufbar, YouTube-Videos und mehr.

Das Ganze funktioniert erstaunlich zuverlässig. Bei gängigem Dudelpop gibt’s eh keine Aussetzer. Aber abgefahrene Jazz-Alben? Club-Mixes? Arien aus Bachs Weihnachtsoratorium? Erkannte Shazam in meinem persönlichen kleinen Testfeld alles sehr genau. Nur bei sehr speziellen DJ-Mixes musste Shazam passen.

Ein nützliches kleines Wunderding, das in der Anwendung wirklich verblüfft. Probieren Sie’s aus! Shazam liegt für alle gängigen Plattformen vor und ist in der Grundversion kostenlos. Damit kann man bis zu fünf Musikrecherchen pro Monat durchführen. Dem durchschnittlichen Musikfreund dürfte das schon genügen.

Nur meinen Freund Gerd wird all das nicht überzeugen. Um ehrlich zu sein: Ich bin schon froh, dass ich ihn zu einer E-Mail-Adresse überreden konnte.

Navis, Shazam und andere Nützlichkeiten des 21. Jahrhunderts wird er weiter ignorieren. Und beim nächsten Song wieder rechts ranfahren oder an die Theke hüpfen: “Kennen Sie die Band? Wissen Sie, wie ich den Bericht lesen kann, der im Internet über mich steht? Und können Sie mir sagen, wie spät es ist?” Eigentlich ein netter Kerl …

Feeling fifty-fine -
Edgar Wilkening

PS: In meinem gesamten Bekanntenkreis gibt’s niemanden, der Gerd heißt. Also wurde der Name von der Redaktion ganz offensichtlich geändert.

PPS: Für alle, die gern Auswahl haben, sei der SoundHound erwähnt. Gleiches Prinzip wie Shazam, gilt aber als etwas schneller in der Titelerkennung – und soll sogar selbstgesungene Songs erkennen können.

PPPS: “Movin’ On 2011″ im “Groove Junkies MoHo Vox”-Mix von Fleetside featuring Carloyn Harding finde ich richtig klasse. Deshalb hier der Link.

Januar 31, 2011 Posted Under: Alle, Digi, Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Bordeaux gewinnen! Château Duhart-Milon Rothschild von 1996 für einen Fan-Klick

Bordeaux gewinnen! Château Duhart-Milon Rothschild von 1996 für einen Fan-Klick

Autor: Edgar Wilkening | Foto: Edgar Wilkening
Ein Gewinnspiel als Posting bei fifty-fine? Warum nicht. Vor allem, wenn es kein gewöhnliches Preisausschreiben ist. Sondern von mir persönlich ins Leben gerufen wurde. Dann ist das Grund genug zu berichten, dass man in unserem Alter auch mal so schräge Sachen machen kann wie eine Flasche feinsten Bordeaux-Weins zu verlosen.

Was man tun muss, um sie zu bekommen? Praktisch nix außer einem Klick – und zwar auf den “Gefällt mir”-Button auf der Website Wer kann mir schon Baroli bieten? Die aberwitzigen Abenteuern eines Weinliebhabers. Unter den ersten hundert Facebook-Fans, die “Gefällt mir” klicken, werde ich eine Flasche des 4. Grand Cru Classé Château Duhart-Milon Rothschild von 1996 aus dem legendären Pauillac verlosen.

Robert Parker hat ihm 90/100 Punkte verliehen, Rene Gabriel 16/20, der WineSpectator 89/100. Aber im Handel ist der Wein praktisch nicht mehr zu bekommen. Kein Wunder: 14 Jahre ist eine ordentliche Zeit! Und wenn man ihn doch irgendwo beziehen kann, dann kaum unter sechzig Euro. Gottseidank habe ich noch zwei, drei Buddels davon bei mir im Lager. Also wirklich eine prima Gelegenheit, sich einen tollen Wein zu angeln, oder?

Und warum mache ich das alles? Nun könnte ich erzählen: Weil mir gerade gestern erst wieder die Geschichte einer diplomierten Erwachsenenpädagogin in unserem Alter zugetragen wurde, die der Meinung ist, dass Menschen in unserem Alter es nicht so haben mit PC und Internet und so.

Was für ein Unsinn mal wieder: die eigene Unzulänglichkeit zur Zustandsbeschreibung einer ganzen Generation zu machen. Aber nein, mit diesem ewigen Vorurteil, wir in unserem Alter seien vom Zug der Zeit abgehängte Zurückgebliebene, hat es nichts zu tun. Jedenfalls nicht direkt. Sondern damit, dass ich gerne mal probieren wollte, wie sich die neuen Social-Plugins von Facebook überhaupt in Websites integrieren lassen.

Haben Sie von diesen Applikationen schon gehört oder gelesen? Seit Ende April erst bietet die Social-Network-Plattform Facebook diese kostenlosen kleinen Zusatzprogramme an, mit denen Betreiber von Webseiten ihre Seiten direkt mit Facebook vernetzen können. Nach Meinung vieler Experten markieren diese Plugins die nächste Stufe des Internets. Und werden Facebook zu einer bedeutenderen Internet-Instanz machen als es Google heute ist. Würden Sie das verschlafen wollen? Ich jedenfalls nicht.

Deshalb habe ich vorgestern das Plugin “Gefällt mir”-Button in die Website eingebaut. Gefiel mir aber nicht so. Darum habe ich es heute ersetzt durch das Plugin “Gefällt mir”-Box. Klingt ganz ähnlich, sieht aber viel smarter aus, finden Sie nicht auch?

Und wenn man dann alles ordentlich eingebaut und fein angehübscht hat, dann steht man da mit seinem netten “Gefällt mir”-Plugin – und keiner klickt’s. Und dann? Beleidigt sein? In die Ecke setzen, schmollen? Nix da!

Um etwas Schwung in die Community zu bringen, habe ich unter den ersten hundert Facebookern, die “Gefällt mir” zu den Baroli-Abenteuern sagen, besagte Flasche Bordeaux ausgelobt. Sobald die hundert beisammen sind, wird die Glücksfee zur Tat schreiten und den oder die Glückliche ermitteln. Vielleicht Sie?

Ich drücke Ihnen jedenfalls schon jetzt die Daumen! Und freue mich auf Sie als Leser und Fan der aberwitzigen Abenteuer eines Weinliebhabers.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

PS: Na klar, das wäre der nächste logische Schritt, die “Gefällt mir”-Plugins auch hier auf fifty-fine zu integrieren. Mal schauen, wann ich mich da ransetze …

Mai 22, 2010 Posted Under: Alle, Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Telefonisches Ungeziefer – und der ultimative Tipp, es loszuwerden

Telefonisches Ungeziefer – und der ultimative Tipp, es loszuwerden

Autor: Edgar Wilkening | Foto: iStockphoto.com/Andresr
Sie sind die Plage des 21. Jahrhunderts. Und überkommen einen, wie früher Heuschrecken das Land überfielen: Callcenter. Insbesondere solche, die sogenannte “cold calls” durchführen. Auch wenn die Branche selbst lieber von “out-bound calls” spricht. Also eiskalt Leute anrufen, ungefragt, ohne deren Einwilligung, um ihnen dann irgendwelche Ladenhüter aufzuschwatzen.

Viel ist über diese Plage schon gesagt worden. Vieles unternommen worden, um sie in den Griff zu kriegen. So dürfen die Heuschrecken ihre Plage mittlerweile nicht mehr “anonym”, also ohne Rufnummernanzeige übers Land bringen. Hat es was genützt?

Heute morgen klingelte mein Telefon und zeigte 00390173234015 an. Eine Rufnummer mit italienischer Landesvorwahl. Wer würde mich montagmorgens aus bella Italia anrufen? Sollte sich der Inhaber des kleinen italienischen Restaurants bei mir um die Ecke auf Heimaturlaub befinden und mir das jetzt mitteilen wollen?

Nachdem ich mich höflich mit Namen gemeldet hatte, war erst mal Pause. Und ich hörte auf der anderen Seite die typische Hintergrundkulisse eines geschäftigen Großraumbüros. Dann legte eine Frau mit Akzent los und erkundigte sich, ob sie mit Herrn Wickenning spräche. Hatte ich mich nicht eben gerade erst persönlich mit meinem Namen gemeldet? Typisch für telefonisches Ungeziefer: niemals hinhören, was der Andere sagt. Schließlich müssen die Drückerkolonnen ihr vorbereitetes Manuskript abspulen.

Wie reagieren Sie in solchen Situationen? Hören Sie sich das Gesabbel an? Darauf spekulieren die Nervensägen nur. Oder legen Sie einfach sofort wieder auf? Sehr wirksam. Jedenfalls für den Moment. Denn was wird bei nächster Gelegenheit passieren? Ihre Rufnummer ist ja “validiert”, wie man in der Callcenter-Branche so schön sagt: Dadurch, dass Sie sich gemeldet haben, kann das Ungeziefer sicher sein, dass Ihre Nummer existiert und Sie dort zu erreichen sind. Nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten Anruf.

Bis mir eines Tages die ultimative Idee kam, um der Plage den Garaus zu machen. Mit der Mausefallen-Methode. So einfach, und so wirksam. Probieren Sie’s aus.

Das nächste Mal, wenn Sie telefonisches Ungeziefer im Haus haben, reagieren Sie freundlich. Und sagen Sie etwas wie “Oh, das klingt aber interessant!” Das ist das Stückchen Speck, das Sie brauchen, um Ihre Mausefalle scharf zu stellen. Die Maus schöpft keinen Verdacht und will gerade hoffnungsfroh auf den Kaufabschluss hinlenken, da lassen Sie die Falle zuschnappen. “Moment, mein Handy klingelt, bleiben Sie gerade mal dran?”, ist dafür bestens geeignet. Oder auch: “Sekunde, ich hab gerade was auf dem Herd, bin sofort wieder da!”

Schnapp!

Und dann: Telefon einfach beiseite legen. Nicht mehr anrühren. Einfach ignorieren. Und das Gegenüber zappeln lassen. In der irren Hoffnung, Sie kämen gleich vom Herd zurück. Oder vom Handy. Und würden dann den Kaufvertrag abschließen. Eine Art Telefonschleife. Nur eben der anderen Art.

Manchmal, wenn meine Mausefalle wieder mal zugeschnappt hat, bin ich immerhin höflich genug und lasse ein bisschen Musik nebenher laufen, damit es am anderen Ende der Leitung nicht allzu langweilig wird.

Funktioniert sensationell, diese Methode. Denn Sie treffen die Zeiträuber an ihrem empfindlichsten Punkt: ihrer eigenen Zeit. Und die bedeutet bares Geld. Wie viele Anrufe kann ein Callcenter-Agent pro Stunde machen? Und wie viele kann er nicht machen, wenn er in irgendeiner Leitung hängt? Jeder Anruf wird gemessen, alles exakt erfasst: Wer hat wann wie viele Telefonate durchgeführt, wie lange haben sie gedauert haben und mit welchem Ergebnis?

Was meinen Sie, wie schlecht die Statistik aussieht für jene, die in Ihre Mausefalle getappt sind? So wenig Telefonate? So lange telefoniert? Ohne Ergebnis? Sie können sicher sein: Ihre Rufnummer wird sehr, sehr schnell aus allen Callcenter-Listen verschwinden. Die Mäuse warnen sich untereinander: Finger weg von diesem Speck, Leute!

Die Dame heute morgen hat es immerhin volle neun Minuten ausgehalten. Erst dann kam das charakteristische Besetzt-Tuten aus meinem Hörer, mit dem angezeigt wird, dass das Gegenüber aufgelegt hat. Solides Mittelmaß. Andere sind auch schon mal zwanzig Minuten bei der Stange geblieben. Wie wär’s, wenn wir einen kleinen Wettbewerb daraus machen und unsere Best-Ergebnisse untereinander vergleichen würden? Eine Callcenter-Olympiade. Alles über zwanzig Minuten in der Telefonschleife ist rekordverdächtig. Also ran! Hoffentlich klingelt’s gleich. Und dann die Ergebnissse hier als Kommentar posten.

Jedenfalls bin ich mir sicher: Der nächste Anruf aus Italien kommt eher von meinem Restaurant-Italiener als von dieser Drückerkolonne. Am besten, ich gehe gleich heute Abend mal vorbei und schaue, ob er da ist. Oder auf Heimaturlaub in bella Italia.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

PS: Sie wollen genau wissen, welche Drückerkolonne Sie angerufen hat? Sei es, um sich dort zu beschweren oder um die Firma den Behörden zu melden? Im 21. Jahrhundert haben wir dafür whocallsme.com. Dort werden Ungeziefernummern gespeichert. Einfach Nummer eingeben, ohne Registrieren oder andere Umstände. Und mit einem Klick haben Sie meist raus, wer Sie behelligt hat. In meinem Fall ergab sich, dass es sich um die Firma San Lorenzo aus dem ligurischen Impera handelte – alle Angaben inklusive Adresse und Telefonnummer. Das kann sich sehen lassen, oder?

März 22, 2010 Posted Under: Alle, Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Tschüss MTV! tape.tv kills the videoclip star

Tschüss MTV! tape.tv kills the videoclip star

Autor: Edgar Wilkening | Grafik: tape.tv
Was für eine Offenbarung in unseren Empfangsgeräten: als MTV am 1. August 1981 um 00:01 Uhr auf Sendung ging! Der erste Videoclip damals, lang, lang ist’s her, aber immer noch legendär: “Video Killed the Radio Star” – ein programmatisches Statement des jungen, wilden Fernsehkanals.

Heute könnte man ähnlich programmatisch anstimmen: “Internet Killed the TV Star”.

Denn das Musikfernsehen ist im Web angekommen. Und hat mit tape.tv nicht nur eine unglaublich smarte, chice Oberfläche bekommen.

Sondern endlich auch all die Individuell-Feature, die klassische TV-Sender nie bieten können: Lieblings-Clips markieren, Weiterklicken zum nächsten Clip, ungeliebte Clips aussortieren, Mixtapes für Freunde erstellen, Suchfunktion für Titel und, und, und.

Sehr schön gemacht, auch wenn das Repertoire zur Zeit noch etwas begrenzt ist. Vollkommen zu Recht als INTERNET WORLD Business-Idee 2010 nominiert, wie ich finde. Klar hab ich für tape.tv gestimmt.

Unbedingt ausprobieren! Und dann: tschüss MTV – war eine schöne Zeit mit Dir, aber alles wird besser.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Februar 19, 2010 Posted Under: Alle, Digi, Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Werden Sie zum Held, der gefeiert wird von der Welt! Mit zwei, drei Klicks …

Werden Sie zum Held, der gefeiert wird von der Welt! Mit zwei, drei Klicks …

Autor: Edgar Wilkening | Foto: Edgar Wilkening
Großartig, was heute mit zwei, drei kleinen Klicks möglich ist – vorausgesetzt ein tolles Team hat vorher zwei-, dreitausend große Klicks oder mehr gemacht.

Dann kann das Ergebnis so aussehen: ein fantastisches Beispiel für unsere unglaublich spannende Zeit und ihre sensationellen Möglichkeiten. Die Geduld beim Laden der Daten wird belohnt. Unbedingt Ton einschalten. Und dann viel Vergnügen!

Nur für den Fall, dass Sie den Herrn links im Bild nicht kennen sollten, werde ich’s Ihnen verraten: Ich bin es selbst. Was das mit dem Beispiel zu tun hat? Werden Sie rausfinden, wenn Sie den Link oben klicken.

Aber ganz wichtig: Machen sie am Ende selbst zwei, drei kleine Klicks – und überraschen Sie Ihre Freunde!

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Februar 17, 2010 Posted Under: Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben