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Mein Weihnachts-Geschenk: Ein Rucksack, der die Qualität von Musikschulabenden unermesslich steigert

Mein Weihnachts-Geschenk: Ein Rucksack, der die Qualität von Musikschulabenden unermesslich steigert

Autor: Edgar Wilkening | Fotos: Rowohlt-Verlag (Titel) / iStockphoto.com/ShutterWorx
Ich hatte ja neulich schon mal erwähnt, dass es in der Flut der jährlichen Neuerscheinungen einzelne Bücher gibt, die so deutlich herausragen, dass sie unbedingt erwähnt werden wollen. Heute ist es ein Taschenbuch, dass sich pünktlich zur Adventszeit genau dieses Themas annimmt.

„Weihnachten mit der buckligen Verwandtschaft“ ist eine frisch erschienene Anthologie mit Geschichten, die sich allesamt dieser sehr besonderen Zeit rund um die höchsten Festtage des Jahres widmen. Oder wie es im Klappentext heißt: „Der ganz normale Weihnachtswahnsinn“.

Achtzehn Weihnachtsgeschichten von achtzehn Autoren, liebevoll ausgewählt und als Erzählband arrangiert vom umtriebigen Hamburger Autor Dietmar Bittrich, der bei diesem Taschenbuch als Herausgeber agiert und auch selbst eine ziemlich schräge Weihnachtsgeschichte beisteuert.

All das wäre hier schon eine lobende Erwähnung wert. Aber es gibt etwas in diesem Buch, das es noch außergewöhnlicher werden lässt. Nämlich eine Comedy-Story ausgerechnet jenes Autors, der auch diese Zeilen hier verfasst.

„Fördert den Nachwuchs!“ heißt die Geschichte. Und erzählt auf komische Weise, wie sich kluge und rechtzeitige Nachwuchsförderung auf die, na, sagen wir mal: „künstlerische Qualität“ von Musikschulabenden auswirkt. Im Mittelpunkt des Förderkonzepts steht ein geheimnisvoller Rucksack und sein sehr besonderer Inhalt.

Vor kurzem war ich mit dieser Geschichte zu Gast bei einer Benefiz-Gala, als einer von sechs, sieben Show-Acts auf der Bühne. Als ich längst wieder auf dem Heimweg war, erreichte mich die Nachricht, dass sich das Publikum während des Auftritts einer der nachfolgenden Musikgruppen zuraunte: „Wir brauchen diesen Rucksack, wir brauchen diesen Rucksack!“

Was es mit dem mysteriösen Rucksack auf sich hat und was das Besondere an seinem Inhalt ist? Im Buch „Weihnachten mit der buckligen Verwandtschaft“ ab Seite 47. Viel Vergnügen und eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit – ob mit oder ohne Verwandtschaft.

Feeling fine –
Edgar Wilkening

Dietmar Bittrich (Hg.):
Weihnachten mit der buckligen Verwandtschaft

Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek
rororo 63014
272 Seiten
Etwa 9,00 Euro
Auch für Kindle erhältlich

Dezember 14, 2012 Posted Under: Publik   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Frage an die „Mordsküche“: Wie tödlich kann Büffelmozzarella sein?

Frage an die „Mordsküche“: Wie tödlich kann Büffelmozzarella sein?


Autor: Edgar Wilkening | Fotos: iStockphoto.com/gremlin (9)
Es gibt Bücher, die wollen unbedingt, dass auf sie hingewiesen wird. Die Krimi-Neuerscheinung „Mordsküche – Eiskalt um die Ecke gebracht“ gehört dazu. Denn in seinem lesenswerten Inneren verbirgt der Band etwas Besonderes: eine Comedy-Story aus der Feder ausgerechnet jenes Autors, der auch diese Zeilen schreibt.

Das hier also ein Bericht in eigener Sache? Nicht wirklich … Meine eigene Kurzgeschichte gesellt sich ja brav zu sechzehn weiteren in diesem schönen Band.


In der „Mordsküche“ haben Herausgeberin Greta Wallenhorst und Verlegerin Sonia Lauinger Kriminalgeschichten versammelt, die allesamt eines gemeinsam haben: eine tödliche Nähe zum Kulinarischen. „Wer dieses Buch gelesen hat, wird eine Einladung zum Essen mit ganz anderen Augen sehen“, versprechen die Macherinnen.

Da wird mit Messern Leben ausgehaucht, mit Giften hantiert wie mit Salz und Pfeffer, und immer, immer laufen tragische Konflikte auf ein tödliches Ende zwischen Teller, Tisch und Töpfen hinaus. Unterschätze also niemand die todbringende Phantasie kulinarisch veranlagter Autoren.

Und mehr noch: die von Autorinnen! Denn nur drei der siebzehn Krimis stammen von Männern. Die übrigen vierzehn, also knapp fünf Mal mehr, wurden von Schreiberinnen verfasst. Sagt das etwas über die Rolle der Frau im Literaturgeschäft? Oder womöglich doch über das Mordpotenzial, das in der weiblichen Psyche schlummert? Machen wir die Probe aufs Exempel. Und werfen einen nüchternen Blick auf die Statistik.


Am Ende des Buches haben sechs Frauen ihr Leben lassen müssen. Tragisch. Aber doppelt so viele Männer: nämlich dreizehn. Das ergibt schon mal einen Trend. Aber bestätigt sich diese Tendenz auch bei der Betrachtung von Täter vs. Täterinnen?

Nur in fünf der siebzehn Geschichten ist ein Mann der Ausführende. Einer davon richtet die Waffe dabei nicht gegen andere, sondern begeht Selbstmord. Damit reduziert sich die Zahl echter männlicher Mörder auf vier.

Dem gegenüber sind es in zehn Fällen Frauen, die die Tat begehen, also zweieinhalb Mal häufiger. Haben Frauen demnach ein größeres Bedürfnis ihr Leben zu verändern – und sei es durch drastische Maßnahmen? Oder fügen sich Männer einfach nur geduldiger in ihr Schicksal?


Und: Wie wird methodisch nach dem Leben getrachtet? Über die Nahrung zugeführte Gifte und scharfe Messer dominieren deutlich – was wunders beim Thema Küche. Sieben Opfer werden von der heimtückischen Wirkung eines Gifts überwältigt, sechs von einer Klinge. Drei weitere Spielarten sowie eine Story ohne Opfer komplettieren den Reigen. Ein bunter Mix an Motiven, Morden und Methoden. Was hier anhand der Statistik womöglich wie perfekte Frauenliteratur aussieht, wird aber auch Männern Spannung und Lesevergnügen bereiten.

Bliebe noch die Ausgangsfrage: wie tödlich Büffelmozzarella sein kann. Ich darf Ihnen versichern: sehr! Aus eigener Anschauung sozusagen. Denn es ist meine eigene Geschichte, in der ein italienischer Weichkäse zum tödlichen corpus delicti wird.

Eine Comedy-Story als Verneigung vor den großen Meisterdetektiven der Literaturgeschichte: von Nick Knatterton und Kalle Blomquist bis Sherlock Holmes und Hercule Poirot. Denn aufgeklärt wird der Fall im ganz, ganz klassischen „Whodunit“-Stil: vor versammeltem Publikum aller potenziell Verdächtigen und ausschließlich durch scharfe Beobachtungsgabe und raffiniertestes Kombinationsgeschick.

„Der Mozzarella-Mord“ aus meiner Sammlung aberwitziger Abenteuer eines Weinliebhabers „Wer kann mir schon Baroli bieten?“: in der „Mordsküche“ ab Seite 64. Viel Vergnügen!

Feeling fine –
Edgar Wilkening

Mordsküche – Eiskalt um die Ecke serviert
Anthologie mit 17 Kriminal-Kurzgeschichten
Herausgeberin: Greta Wallenhorst
Erschienen bei Der Kleine Buch Verlag, Karlsruhe, 2012
Paperback, 188 Seiten
ISBN-13:978-3-942637-18-3
Preis: circa 15 Euro

Oktober 23, 2012 Posted Under: Alle, Publik   Jetzt Kommentar dazu schreiben