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Pop-up-Movie: Der Film aus dem Pop-up-Restaurant “Die 7 Sünden”

Pop-up-Movie: Der Film aus dem Pop-up-Restaurant “Die 7 Sünden”

Autor: Edgar Wilkening | Foto: Edgar Wilkening/Ole L. Blaubach
Das war ich schon lange schuldig: den Nachbericht zu meinem gnadenlosen Selbstversuch vom Oktober letzten Jahres. Die Frage, die ich damals hier im Blog aufwarf: Reichen die Kenntnisse eines ambitionierten Hobbykochs für ein Profi-Restaurant?

Versuch macht kluch. Deshalb wurde die Fragestellung nicht akademisch erörtert, sondern knallhart in der Praxis beantwortet.

Eine Woche lang war ich Restaurant Director in meinem Pop-up-Restaurant “Die 7 Sünden”. Ob der Selbstversuch von Erfolg gekrönt war oder in tiefster Schmach endete, beantwortet der Film.


Vielen Dank an die Filmemacher Matthias Lemmy Lehmann, Jan Gerlach und Annett Kiener: klasse gemacht, das Pop-up-Movie!

Alle, die im vergangenen Oktober dabei waren, wissen, wie der Selbstversuch ausging. Und alle anderen bekommen hier und jetzt einen Tipp: Das Restaurant “Die 7 Sünden” poppt wieder auf! Wieder nur eine Woche lang. Wieder in einer fremden Küche. Und damit die Aufgabe spannend bleibt: größer, besser, schöner.

Vom 6. bis 11. März 2012 werde ich gemeinsam mit Claudia Willgeroth als F&B Managerin und Carsten Laade als Sommelier Küche und Gastraum des Restaurants “Trific” von Oliver Trific kapern. Adresse: “Die 7 Sünden@Trific” Eppendorfer Weg 170, Hamburg.

Wer dabei sein möchte: Reservierung dringend empfohlen. Am besten über den E-Mail-Link auf der Webseite www.die-7-suenden.de. Denn seit dem ersten Posting bei Facebook, dass “Die 7 Sünden” größer, schöner, besser zurückkehren, gehen die Plätze weg wie geschnitten Brot.

Und auch dieses Mal wieder das Versprechen: Ich werde hier aus der Woche berichten.

Feeling-fine –
Edgar Wilkening

Februar 15, 2012 Posted Under: Alle, Busy, Gusto, Yeah!   Jetzt Kommentar dazu schreiben

car2go: Die neue Art Smart zu mieten. Beim Start noch nicht ganz smart …

car2go: Die neue Art Smart zu mieten. Beim Start noch nicht ganz smart …

Autor: Edgar Wilkening | Fotos: Edgar Wilkening
Ein Pappbecher voll Kaffee: Vorbild für ein revolutionäres Mobilitätskonzept? Der Name des Autovermieters car2go lehnt sich jedenfalls deutlich beim Mitnehmkaffee an.

Und will damit betonen, was ihn von anderen Autovermietern unterscheidet: Pkws jederzeit und überall parat. Dann, wenn man sie braucht. Einfach einsteigen und losfahren. Und hinterher: weg damit. Irgendwo abstellen und fertig. Unkompliziert wie ein Becher Coffee to go.

Heute war Start von car2go in Hamburg. Die erste europäische Großstadt, in der sich das Konzept in der Praxis beweisen soll. Dazu standen mehr als 200 brandneue Smart ordentlich in Reih und Glied am Hamburger Fischmarkt bereit.

Ich gehörte zu einer Gruppe von Startpiloten, denen die Aufgabe zukam, die Fahrzeuge zu testen und im Hamburger Stadtgebiet zu verteilen.

Wobei schon der Begriff “Stadtgebiet” nicht ganz richtig ist. Das car2go-Gebiet beschränkt sich deutlich auf die üblichen Verdächtigen: den inner circle von Hamburg.

Bevor man einsteigen kann, muss man sich registrieren. Das hatte ich schon Anfang März in der frisch eröffneten car2go-Filiale am Jungfernstieg erledigt.

Neben der Angabe von persönlichen Daten und Bankverbindung ist das Wichtigste: eine kleine car2go-Plakette, die auf den Führerschein geklebt wird. Sie enthält einen RFID-Chip, der zum Öffnen der car2go-Fahrzeuge dient.

Das funktioniert problemlos. Ich wedle mit meinem Führerschein vor dem Lesegerät, das hinter der Windschutzscheibe angebracht ist, schon entriegelt der Smart die Wagentüren: Bitte Platz nehmen.

Im Fahrzeug regelt ein On-board-Gerät alles Weitere. Als erstes fordert es mich zur Eingabe meiner persönlichen PIN auf. Die legt man bei der Registrierung fest.

In Kombination mit der Führerschein-Plakette dient die PIN zur eindeutigen Identifierzung des Nutzers und schaltet den Wagen frei.

Grafische Anleitungen im Display des On-board-Geräts leiten mich Schritt für Schritt weiter: Schlüssel aus dem Ablagefach nehmen. Ins Zündschloss stecken. Gangschaltung. Motor starten. Das alles ist leicht verständlich und gut gemacht.

Schon kann’s losgehen! Ich rolle vom Fischmarkt und kreuze durch mein kleines Dorf St. Pauli. Der Smart entpuppt sich als agiler, bissiger Flitzer im Eco-Modus.

Abgerechnet wird nach Zeit: die Minute mit 29 Cent. Darin sind schon alle Fahrzeugkosten enthalten: Benzin, Versicherung, Steuern, sogar Parkgebühren. Summe für eine Stunde dennoch immerhin 14,90 Euro. Kosten pro Tag maximal 149,00 Euro.

Aber für Dauermiete ist car2go ohnehin nicht gedacht. Sondern fürs Hopping von A nach B. Und da spielt das Konzept seine Stärken aus.

Nachdem ich meine Runden gedreht habe, stelle ich den Wagen einfach um die Ecke meines Büros ab. Irgendwo am Straßenrand, wo ein freier Parkplatz ist.

Wird der Motor abgeschaltet, fragt das On-board-Gerät, ob man die Fahrt nur unterbrechen oder die Miete ganz beenden möchte.

Ich habe mein Ziel erreicht und beende die Miete. Schlüssel zurück ins Ablagefach. Das Abschließen des Fahrzeugs erfolgt dann wieder von außen mit der Führerschein-Plakette am Lesegerät.

Jetzt steht der Smart für den nächsten Nutzer bereit.

Aber was, wenn man nicht das Glück hat, zu den Startpiloten zu gehören und sich einen von zweihundert Smarts am Fischmarkt aussuchen zu können? Da geht’s dann los, dass es noch smarter ginge …

Im Büro checke ich über den car2go-Finder auf der car2go-Website, wo das nächstgelegene Fahrzeug steht.

Und siehe da: Der Wagen, den ich gerade abgestellt habe, wird mir vollkommen korrekt als verfügbares Fahrzeug angezeigt, mit genauer Position, Tankfüllstand und Sauberkeitszustand. Prima!

Aber was, wenn man gerade nicht am Rechner sitzt, sondern vielleicht unterwegs ist beim Shopping oder aus dem Kino kommt?

Für solche Fälle hat man heutzutage ein Smartphone bei sich. Und auch für car2go gibt es Apps, mit deren Hilfe sich das nächste Fahrzeug finden lässt.

Ich mache in meinem Büro den Test mit der App CAR2GO HD für iPhone. Und bin geplättet: Das nächste verfügbare car2go-Fahrzeug für mich steht in Maastricht, sagt mir die App.

Zu Fuß sind es lediglich 139 Stunden und zwei Minuten bis dorthin. Immerhin eine präzise Information.

Von dem Fahrzeug bei mir um die Ecke weiß die App nichts. Und auch nicht von all den anderen Smarts, die gerade überall in Hamburg verteilt wurden.

Wie ein Fahrzeug aus dem Testgebiet Ulm überhaupt in Maastricht abgestellt und die Miete dort beendet werden konnte, wird mir wohl ein Rätsel bleiben.

Denn eigentlich lassen die AGB genau das gar nicht zu: die Fahrzeugmiete außerhalb des Geschäftsgebiets zu beenden. Da jeder Smart auf den Meter genau weiß, wo er sich befindet, verweigert er im Zweifelsfall einfach das Beenden der Miete.

Der Smart in Maastricht, ob nun falsch geparkt oder – viel wahrscheinlicher – Datenfehler, wirft ein Licht auf die aktuellen Schwachstellen von car2go.

Die Apps für Smartphones werden nicht von car2go selbst entwickelt und publiziert, sondern man überlässt dieses Feld freien Entwicklern. Einerseits gut. Andererseits nutzt zum Beispiel CAR2GO HD exakt Name und Logo von car2go – mit dem Resultat, dass schlechte Suchergebnisse oder mangelnde Updates auf car2go zurückfallen. Schade.

Immerhin: Man kann sich das nächste Fahrzeug auch über eine Service-Hotline ansagen lassen. Leider kostenpflichtig. Und mit 0,42 Cent pro Minute aus dem deutschen Mobilfunknetz ist ein solches Telefonat fast anderthalbmal teurer als die Fahrzeugmiete. Selbst wenn “Service anrufen” langsam veraltet und aus dem 20. Jahrhundert stammt: schade.

Der car2go-Finder auf der Website lässt sich nur im “Steinzeit-Modus” nutzen. Eine Suchfunktion, zum Beispiel über die Eingabe des aktuellen Standorts, wird nicht angeboten. Schade.

Auch ein Abspeichern von Orten als “persönliche Favoriten”, von denen man öfter startet, ist nicht möglich. Schade.

Dabei sind solche Feature heute Standard im Web. Statt dessen muss man sich mühselig in die Karte des car2go-Finder hineinzoomen und eigenen Standort sowie Fahrzeuge durch Ziehen und Karte-Vergrößern ermitteln. Richtig smart ist das nicht. Schade.

Beim persönlichen Login weisen zumindest meine Browser mich auf ein ungültiges Sicherheitszertifikat bei car2go.com hin und warnen mich explizit vor dem Betreten der Seite. Schade.

Über eine de-Domain ist die Website nicht erreichbar, sondern nur über eine com-Adresse. Anschließend muss der User erst auswählen, ob er zu car2go im texanischen Austin, in Ulm oder in Hamburg will. Schade.

Als ich mich Anfang März registriert habe, wurde ich gebeten die “terms of use” von car2go zu bestätigen – ganz ausdrücklich in englischer Sprache. Ob solche Verträge juristisch überhaupt gültig oder mindestens anfechtbar sind, ist eine ganz andere Frage.

Für ein deutsches Publikum sollte die deutsche Adaption jedenfalls ab Startdatum verfügbar sein. Speziell, wenn hinter einer Idee wie car2go so große Konzerne wie Daimler und Europcar stehen. Schade.

Fazit: Die Idee von car2go ist großartig und passt perfekt in den urban lifestyle des 21. Jahrhunderts. Die Kosten sind okay, der administrative Aufwand vertretbar.

Aber was die Web- und Mobil-Bedienerfreundlichkeit angeht, sollte schnell nachgebessert werden. Damit car2go eine ähnliche Erfolgsgeschichte werden kann wie sein Vorbild Coffee to go. Zu wünschen wäre es der Idee.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

PS: Trotz kleiner Startschwächen – ich werde car2go öfter nutzen. Und demnächst darüber berichten, wie sich das Konzept im Alltag bewährt.

Nachtrag 7. April 2011 | Einen Tag später: Pünktlich gab’s heute das Update für die iPhone-App CAR2GO HD. In der neuen Version zeigt sie tadellos Fahrzeuge in Hamburg mit Straße und Hausnummer an – klasse! Insgesamt habe ich heute vier kurze Fahrten mit car2go gemacht und alles hat funktioniert: Freie Fahrzeuge waren immer in der Nähe. Die Standorte über die App mobil abrufbar. Und die markanten weiß-blauen Fahrzeuge prägen schon jetzt das Hamburger Verkehrsbild – zumindest in dem Bereich, in dem ich mich heute bewegt habe. Sehr schön!

April 6, 2011 Posted Under: Alle, Test   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Hamburg Harley Days: Musterbeispiel eines perfekten Seniorentreffs

Hamburg Harley Days: Musterbeispiel eines perfekten Seniorentreffs

Autor: Edgar Wilkening | Foto: iStockphoto.com/Jim Parsons
Ein Dröhnen und Röhren lag über der Stadt am vergangenen Wochenende. Ein Knatterton, der unverkennbar ist: Hamburg Harley Days 2010. Von mehr als 50.000 Bikern ist die Rede, die ihre bulligen Maschinen in die Hansestadt kutschierten. Und von über 600.000 Zuschauern, die das Ereignis besuchten.

Das Großevent rund um die Motorrad-Kultmarke prägte Freitag bis Sonntag das gesamte Stadtbild. Schwere Maschinen, schwarze Lederklamotten, dazu das omnipräsente Bullern der Motoren: Man konnte der Veranstaltung nicht entgehen. Die Harley-Fans ließen es knattern und feierten sich und ihre Marke – unüberhörbar, unübersehbar.

Nun sind Großveranstaltungen in der Hansestadt durchaus an der Tagesordnung. Ob Hafengeburtstag oder Schlagermove, Hamburg Marathon oder Weltastratag – jedes Event und seine Besucher prägen am jeweiligen Wochenende das Bild der Stadt.

Doch eines ist anders bei den Hamburg Harley Days. Während das Stadtbild bei den übrigen Großereignissen eher von Zwanzig- und Dreißig-, vielleicht auch Vierzigjährigen geprägt wird, sind es beim Biker-Event überwiegend Menschen, deren Lebensalter vorne eine deutliche Fünf oder sogar Sechs anzeigt. Der Anteil grauer Panther unter den schwarzen Rockern ist enorm.

Keine Frage: Die Harley Days sind eine Alte-Säcke-Veranstaltung. Ein echter Seniorentreff. Das Altenheim unter den Events.

Aber was für eines! Denn hier wird nicht gejammert oder lamentiert, hier werden keine Zipperlein gepflegt – sondern ein Lebensgefühl zelebriert. Eine Idee von Freiheit und Nichtangepasstsein, kombiniert mit einem Schuß Rebellion gegen so was wie Establishment.

Dass das Gros der Harley-Fahrer dabei selbst irgendwie zum Establishment zählen dürfte – anderenfalls könnte es sich die kostspieligen Kult-Karren wohl gar nicht leisten –, finde ich persönlich dabei ebenso uninteressant wie die Frage, ob man das knatternde Auftreten der Zweirad-Rocker nun mag oder nicht mag.

Viel spannender aus meiner Sicht: Die Harley-Fahrer und ihre Fans repräsentieren bei dieser Veranstaltung ein Lebensgefühl, das so weit entfernt ist vom klassischen Klischee des Seniorentreffs mit Kaffee, Kuchen und Kreuzfahrt wie ein Kinder-Tretroller vom Easy-Rider-Chopper. Hamburg Harly Days – für mich ist das: feeling fifty-fine im allerbesten Sinne.

Das ist mir erst in diesem Jahr wirklich aufgefallen. Sonst hätte ich mich letztes Wochenende viel stärker um das Event gekümmert, um hier darüber zu schreiben. So muss es bei diesem ersten Eindruck bleiben.

Doch die nächsten Hamburg Harley Days werden kommen. Auch wenn über die Genehmigung  der Veranstaltung durch den Hamburger Senat gerade diskutiert wird. In 2011 ist Hamburg Europäische Umwelthauptstadt. Und man fürchtet, der Knatter-Event könnte das grüne Öko-Image stören.

Aber spätestens 2012 sollen wieder Harley Days in der Hansestadt stattfinden. Und dann werde ich dabei sein und hautnah darüber berichten: über das vielleicht coolste Seniorentreffen der Welt.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Juli 2, 2010 Posted Under: Yeah!   Jetzt Kommentar dazu schreiben