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Gestern war bei mir Weihnachten! Bei Ihnen auch?

Gestern war bei mir Weihnachten! Bei Ihnen auch?

Autor: Edgar Wilkening | Foto: Edgar Wilkening
Weihnachten am 27. Mai? Hat der Mann sie noch alle? Hat er! Denn bei mir war gestern Bescherung. Bei Ihnen nicht? Dann haben Sie was verpasst.

Es fühlte sich an wie das Weihnachten, das wir aus unserer Kindheit kennen: mit ungeduldigem Warten, mit klopfendem Herzen, großer Erwartung und leuchtenden Augen. Nur eben in der Version für Leute unseres Alters.

Als die Glocke läutete, war es soweit – wie bei Bescherungen üblich. Denn als die Glocke läutete (an meiner Wohnungstür), stand tatsächlich der Weihnachtsmann davor (ein UPS-Mann), der mit seinem Rentierschlitten  gekommen war (dem typischen braunen Lieferwagen) und drückte mir ein Geschenk in die Hand (ja, wenn man lange genug vorher mit Kreditkarte gezahlt hat, fühlt es sich wirklich wie ein Geschenk an).

Na schön, nun hat mich der UPS-Mann zwar nicht gefragt, ob ich das ganze Jahr über brav gewesen bin. Sondern wollte einfach nur meine Unterschrift.

Aber die ungeduldige Freude beim Auspacken des Pakets, das war schon wieder absolut weihnachtlich. Immerhin hatte ich ja auch eine mehrwöchige Adventszeit hinter mir, in der die Vorfreude auf den großen Tag von Woche zu Woche gewachsen war. Und dann erst die Überraschung, als ich den Inhalt des Pakets endlich in Händen hielt: Oh, lieber Weihnachtsmann, das hatte ich mir schon so, so sehr gewünscht – das neue iPad!

Und dann, wie kleine Kinder eben sind an Weihnachten, war alles andere schlagartig vollkommen unwichtig neben dem neuen Spielzeug: kein Essen, kein Trinken, kein Zeitgefühl mehr. Denn natürlich musste alles sofort ausprobiert werden. Und ich bin froh, dass ich’s gestern Abend noch zu halbwegs vernünftiger Uhrzeit ins Bett geschafft habe. Denn kein Erwachsener sagte: So, Edgar, jetzt aber einpacken und ab in die Federn – morgen ist auch noch ein Tag zum Spielen … Erinnern Sie sich an Ihr Weihnachten?

Okay, kommen wir zu den Fakten: Gestern um 11.15 Uhr traf das iPad hier auf St. Pauli ein. Einen Tag vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland. Der ist nämlich erst heute. Und dann, was alle wissen wollen: Ist es wirklich so toll, wie man hört und liest? Ja, ist es! Ein großartiges Gerät. Ob man’s wirklich braucht? Das muss jeder für sich entscheiden.

Aber ich kann schon jetzt sagen, nach einem Tag: Ich habe noch nie einen so stylishen Wettbericht gesehen wie mit der App Weather HD, selten so klasse Flipper gespielt wie mit Pinball HD und noch nie so einen lebendigen, mehrdimensionalen Spiegel gelesen. Und das ist erst der Anfang … Ausprobieren!

So, ich muss mich jetzt mal wieder um mein Weihnachtsgeschenk kümmern. Denn wie sagen die Erwachsenen immer? Morgen ist auch noch ein Tag! Aber das war ja schon gestern. Und der morgige Tag heute.

Feeling fifty-fine und fröhliche Weihnachten allen iPad-Besitzern –
Edgar Wilkening

Mai 30, 2010 Posted Under: Alle, Digi   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Alles nur Medienhype? Ich hab’s trotzdem getan!

Alles nur Medienhype? Ich hab’s trotzdem getan!

Autor: Edgar Wilkening | Grafik: Edgar Wilkening
Jawohl, ich hab’s getan! Heute morgen um acht Uhr achtzehn ist es passiert. Warum ausgerechnet heute?, fragt sich jetzt der ein oder andere. Ganz einfach: weil heute der 10. Mai 2010 ist. Der erste Tag, an dem man das iPad von Apple in Deutschland vorbestellen kann.

Jetzt winken die Ersten ab: Ah, iPad … Und fügen dann abgeklärt hinzu: Alles nur Medienmache! Müssen wir in unserem Alter wirklich noch jeden Hype mitmachen?

Wenn die Herrschaften sich nur nicht täuschen! Denn natürlich weiß ich um die Unzulänglichkeiten der Hightech-Flunder: dass sie nicht multitasking-fähig ist. Dass Flash ausgesperrt wurde und viele Websites damit nicht vollständig angezeigt werden. Dass die Schnittstellen für externe Komponenten extrem reduziert sind …

Dennoch: Die Vorberichte lassen erahnen, dass das iPad eine vollkommen neue Geräteklasse etabliert. Eine, die unser Leben und unsere Art, mit Medien umzugehen, nachhaltig verändern wird. Nur mal als Beispiel: Flippern mit ganz neuen Perspektiven für Spieler. Geben Sie doch einfach mal iPad als Suchbegriff bei YouTube ein und lassen Sie sich überraschen, was uns erwartet.

Nicht umsonst sagen alle in meinem Umfeld, die schon jetzt ein Import-Exemplar aus den Staaten ihr eigen nennen: iPad rocks the house – wenn du es ein Mal in der Hand hast, willst du es nicht wieder hergeben, und fragst dich, wie du so lange darauf verzichten konntest.

Alles nur Medienhype …?

Die Münder, aus denen dieses Wort kommt, gehören leider viel zu oft Leuten, denen jedes Argument recht ist, um sich in ihrem Leben bloß nicht mehr bewegen zu müssen. Ja keine Neuerungen, keine Veränderungen. Schlimm genug, dass das Telefon heute keine Wählscheibe mehr hat! Jetzt bloß nicht noch mehr Unordnung stiften.

Es sind diese erzreaktionären Auf-der-Stelle-Treter, denen das chice Argument des Medienhype jedes Mal recht kommt, weil es so intelligent, so abgeklärt und so besser informiert klingt. Und doch nur verlogenes Deckmäntelchen ist, damit alles bitte, bitte bleiben kann wie’s ist. Mentaler Stillstand, hochgehalten als Fahne der Tugend.

Nein, wir müssen nicht jeden Hype mitmachen. Erst recht nicht in unserem Alter. Im Gegenteil. Unsere Erfahrung sollte uns aber in die Lage versetzen, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden zu können. Bedeutsames von Bedeutungslosem. Echte Innovationen von echtem Schund.

Ich jedenfalls möchte es nicht verpassen, wenn sich die Welt verändert. Und werde mir von den Deckmäntelchenträgern nicht sagen lassen, was ich vom iPad zu halten habe.

Am 28. Mai ist es soweit. Dann ist offizieller Erstverkaufstag für das iPad in Deutschland. An diesem Tag kann ich mit dem Eintreffen meines Exemplars rechnen. Und mir mein eigenes Bild machen, ob Hype oder Innovation. Und dann wird geflippert, was die Flunder hergibt! Ich freue mich jedenfalls schon darauf.

Feeling fifty-fine –
Edgar Wilkening

Mai 10, 2010 Posted Under: Alle, Digi   Jetzt Kommentar dazu schreiben