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Frage an die “Mordsküche”: Wie tödlich kann Büffelmozzarella sein?

Frage an die “Mordsküche”: Wie tödlich kann Büffelmozzarella sein?


Autor: Edgar Wilkening | Fotos: iStockphoto.com/gremlin (9)
Es gibt Bücher, die wollen unbedingt, dass auf sie hingewiesen wird. Die Krimi-Neuerscheinung “Mordsküche – Eiskalt um die Ecke gebracht” gehört dazu. Denn in seinem lesenswerten Inneren verbirgt der Band etwas Besonderes: eine Comedy-Story aus der Feder ausgerechnet jenes Autors, der auch diese Zeilen schreibt.

Das hier also ein Bericht in eigener Sache? Nicht wirklich … Meine eigene Kurzgeschichte gesellt sich ja brav zu sechzehn weiteren in diesem schönen Band.


In der “Mordsküche” haben Herausgeberin Greta Wallenhorst und Verlegerin Sonia Lauinger Kriminalgeschichten versammelt, die allesamt eines gemeinsam haben: eine tödliche Nähe zum Kulinarischen. “Wer dieses Buch gelesen hat, wird eine Einladung zum Essen mit ganz anderen Augen sehen”, versprechen die Macherinnen.

Da wird mit Messern Leben ausgehaucht, mit Giften hantiert wie mit Salz und Pfeffer, und immer, immer laufen tragische Konflikte auf ein tödliches Ende zwischen Teller, Tisch und Töpfen hinaus. Unterschätze also niemand die todbringende Phantasie kulinarisch veranlagter Autoren.

Und mehr noch: die von Autorinnen! Denn nur drei der siebzehn Krimis stammen von Männern. Die übrigen vierzehn, also knapp fünf Mal mehr, wurden von Schreiberinnen verfasst. Sagt das etwas über die Rolle der Frau im Literaturgeschäft? Oder womöglich doch über das Mordpotenzial, das in der weiblichen Psyche schlummert? Machen wir die Probe aufs Exempel. Und werfen einen nüchternen Blick auf die Statistik.


Am Ende des Buches haben sechs Frauen ihr Leben lassen müssen. Tragisch. Aber doppelt so viele Männer: nämlich dreizehn. Das ergibt schon mal einen Trend. Aber bestätigt sich diese Tendenz auch bei der Betrachtung von Täter vs. Täterinnen?

Nur in fünf der siebzehn Geschichten ist ein Mann der Ausführende. Einer davon richtet die Waffe dabei nicht gegen andere, sondern begeht Selbstmord. Damit reduziert sich die Zahl echter männlicher Mörder auf vier.

Dem gegenüber sind es in zehn Fällen Frauen, die die Tat begehen, also zweieinhalb Mal häufiger. Haben Frauen demnach ein größeres Bedürfnis ihr Leben zu verändern – und sei es durch drastische Maßnahmen? Oder fügen sich Männer einfach nur geduldiger in ihr Schicksal?


Und: Wie wird methodisch nach dem Leben getrachtet? Über die Nahrung zugeführte Gifte und scharfe Messer dominieren deutlich – was wunders beim Thema Küche. Sieben Opfer werden von der heimtückischen Wirkung eines Gifts überwältigt, sechs von einer Klinge. Drei weitere Spielarten sowie eine Story ohne Opfer komplettieren den Reigen. Ein bunter Mix an Motiven, Morden und Methoden. Was hier anhand der Statistik womöglich wie perfekte Frauenliteratur aussieht, wird aber auch Männern Spannung und Lesevergnügen bereiten.

Bliebe noch die Ausgangsfrage: wie tödlich Büffelmozzarella sein kann. Ich darf Ihnen versichern: sehr! Aus eigener Anschauung sozusagen. Denn es ist meine eigene Geschichte, in der ein italienischer Weichkäse zum tödlichen corpus delicti wird.

Eine Comedy-Story als Verneigung vor den großen Meisterdetektiven der Literaturgeschichte: von Nick Knatterton und Kalle Blomquist bis Sherlock Holmes und Hercule Poirot. Denn aufgeklärt wird der Fall im ganz, ganz klassischen “Whodunit”-Stil: vor versammeltem Publikum aller potenziell Verdächtigen und ausschließlich durch scharfe Beobachtungsgabe und raffiniertestes Kombinationsgeschick.

“Der Mozzarella-Mord” aus meiner Sammlung aberwitziger Abenteuer eines Weinliebhabers “Wer kann mir schon Baroli bieten?”: in der “Mordsküche” ab Seite 64. Viel Vergnügen!

Feeling fine -
Edgar Wilkening

Mordsküche – Eiskalt um die Ecke serviert
Anthologie mit 17 Kriminal-Kurzgeschichten
Herausgeberin: Greta Wallenhorst
Erschienen bei Der Kleine Buch Verlag, Karlsruhe, 2012
Paperback, 188 Seiten
ISBN-13:978-3-942637-18-3
Preis: circa 15 Euro

Oktober 23, 2012 Posted Under: Alle, Publik   Jetzt Kommentar dazu schreiben

Kiloweise eine Prise Salz: Fleur de Sel aus der Studentenbude

Kiloweise eine Prise Salz: Fleur de Sel aus der Studentenbude

Autor: Edgar Wilkening | Fotos: Edgar Wilkening
Es ist gut ein Jahr her, als ein Küchenutensil den Weg in meine kleine fresh cuisine fand, das ich nicht mehr missen möchte: ein Beutel aus braunem Papier, dessen bemitleidenswert angefledderter Zustand heute beredtes Zeugnis ablegt von seinem täglichen Gebrauch.

Aber nicht der Beutel ist das Entscheidende, sondern dessen Inhalt: Salzblumen. Ein ganzes Kilo. Jedenfalls war’s das mal … Fleur de Sel. Jahrgang 2009. Handgeerntet in Salzgärten in der Bretagne. Aus Guérande an der französischen Atlantikküste.

So knusprig, so krisp, mit einer so herrlichen kristallinen Struktur, dass man es am liebsten knabbern möchte. Dabei hat das Salz deutlich spürbare Restfeuchte, die ihm einen aparten Grip gibt: in der Tüte, zwischen den Fingern und auf Speisen.

Für mich das beste Salz, das ich bis dato probiert habe. Und deshalb täglicher Bestandteil meiner Küche. Wann immer eine Prise gefragt ist, ob zu Kurzgebratenen oder Kuchenteig, erfolgt der Griff zum braunen Beutel.

Hinter dem Produkt stehen zwei Berliner Studenten: Matthias Winkelmann und Daniel Hinkeldein, die neben ihrem Studium das Salzprojekt aufgebaut haben – und es deshalb auch genauso nennen: Das Salzprojekt.

Ihr Ziel: Fleur de Sel als Alltagsprodukt verfügbar machen. Dazu pflegen sie direkten Kontakt zum Hersteller in Guérande, vermeiden Zwischenhändler und Werbung, verschicken ausschließlich Kilogebinde, nutzen schlichte braune Papiertüten mit wiederverschließbarem Innenbeutel als Verpackung statt aufgeblähtem Designerkrempel und die Geschäftsführer fahren, vermute ich mal, keinen Porsche Cayenne.

Spart Arbeit, Kosten, Zeit. Und spiegelt sich am Ende im Preis wider: 22 Euro je Kilogramm (zuzüglich 4 Euro Versand) sind für ein Produkt dieser Güte sehr fair gerechnet.

Dass Fleur de Sel als Rohstoff quasi “nachwächst” und das Berliner Salzprojekt außerdem bio-zertifiziert ist, macht die Sache noch sympathischer. Klare Kaufempfehlung!

In meiner Küche ist der Griff zum braunen Beutel jedenfalls so selbstverständlich geworden, dass die Tüte gar nicht mehr weggeräumt wird.

Mit fatalen Folgen für das ehemalige Kilo. Davon ist im Laufe eines Jahres kaum etwas geblieben. Also rechtzeitig Nachschub ordern: die Salzernte des Jahrgangs 2010 aus Guérande. Und diesmal nicht nur ein Kilo, sondern gleich fünf.

Denn ein Jahresvorrat feinstes Fleur de Sel – ich finde, das ist auch ein tolles Geschenk und Mitbringsel für Menschen, die es zu schätzen wissen.

Ich freue mich schon auf den neuen Jahrgang in meiner fresh cuisine. Auf einen brandneuen braunen Beutel. Und darauf, ihn mit jeder kleinen Prise Salz ein bisschen weiter zu zerfleddern.

Feeling fifty-fine -
Edgar Wilkening

PS: Ebenfalls beim Salzprojekt erhältlich: Schwarzer Pfeffer in Bio-Qualität. Habe ich noch nicht probiert, wird aber folgen …

Mai 7, 2011 Posted Under: Alle, Gusto, Tipps   Jetzt Kommentar dazu schreiben